International
Steuerfahnder nehmen Julius-Bär-Kunden ins Visier
Deutsche Steuerfahnder haben gemäss einem Medienbericht Hausdurchsuchungen bei Kunden der Privatbank Julius Bär vorgenommen. Ein Julius-Bär-Sprecher wies lediglich darauf hin, dass die Bank wegen Steuerdaten-CDs kürzlich Kunden kontaktiert hatte.
Ermittler der Steuerfahndung Aachen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hätten die Razzien veranlasst, berichtete das «Manager Magazin» in einer Vorabmeldung. Daten der mutmasslichen Steuerhinterzieher hätten sich auf einer der Daten-CDs befunden, die deutschen Ermittlern zugespielt worden seien.
Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums verwies lediglich darauf, dass dem Land immer wieder Daten-CDs angeboten würden, deren Inhalte geprüft werden. Nordrhein-Westfalen hat bereits mehrere Daten-CDs gekauft. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Ermittlungen unter dem «Gesichtspunkt Steuerhinterziehung» eingeleitet.
Ein Sprecher der Bank Julius Bär wollte sich zu dem Bericht des «Manager Magazins» nicht äussern. Er räumte aber ein, dass die Schweizer Privatbank in Zusammenhang mit Steuerdaten-CDs kürzlich Kunden kontaktiert habe.
«Angesichts der häufigen Medienmeldungen zu angeblichen Daten-CD-Käufen haben wir in den letzten Wochen brieflich und telefonisch mit Kunden Kontakt aufgenommen», erklärte der Sprecher. «Wir raten ihnen weiterhin, ihre Steuersituation mit lokalen Experten zu prüfen.»
Bank zahlte Busse
Julius Bär hatte sich im Frühling 2011 mit den deutschen Behörden auf eine Zahlung von 50 Millionen Euro geeinigt, um ein mögliches Verfahren wegen unversteuerter Kundenvermögen abzuwenden. Die Bank betreut deutsche Kunden sowohl aus der Schweiz als auch in Deutschland selbst.
Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft Münster war durch den Kauf einer CD mit Daten von Personen ausgelöst worden, die bei der Bank Julius Bär Geld angelegt und nicht versteuert hatten. Im Gegenzug zu der Bussgeldzahlung von rund 50 Millionen Euro stellten die Behörden damals die Ermittlungen gegen die Bank und unbekannte Mitarbeiter ein.
Kunden müssen weiter zittern
Bär-Kunden wurden vor Ermittlungen der Behörden damit allerdings nicht geschützt. Mutmassliche Steuersünder unter ihnen müssen damit rechnen, Besuch von der Steuerfahndung zu bekommen.
(reuters/awp/coro;mery)







