Inhalt

Krise im Euro-Land

Griechenland fordert statt Geld mehr Zeit

Mittwoch, 22. August 2012, 9:04 Uhr, Aktualisiert 13:35 Uhr

«Ein wenig Luft zum Atmen»: Um die verlangten Reformen umsetzen zu können, hat der griechische Regierungschef Antonis Samaras kurz vor Besuchen in Berlin und Paris seine internationalen Geldgeber um Geduld gebeten.

Bild

Athen fordere «kein zusätzliches Geld» und stehe zu seinen «Verpflichtungen und zur Erfüllung aller Vorgaben», sagte Samaras der «Bild»-Zeitung.

«Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld», sagte er. Er forderte die EU-Partner zugleich zu mehr Solidarität auf und beklagte eine «Negativpsychologie, die wie ein tiefes schwarzes Loch ist».

Samaras: Rückkehr zur Drachme wäre katastrophal

«Wir kommen bei Strukturreformen und Privatisierungen voran, und es ist nicht fair, wenn uns manche in Europa immer wieder in dieses Loch zurückstossen wollen.»

Ein mögliches Ausscheiden Athens aus dem Euro und eine Rückkehr zur Drachme nannte er «eine Katastrophe», der ein «wirtschaftlicher Kollaps, soziale Unruhen und eine nie dagewesene Krise der Demokratie» folgen würden. «Am Ende wäre es wie in der Weimarer Republik», warnte Samaras.

Geldgeber überprüfen griechischen Sparkurs

Der konservative Regierungschef will am Freitag in Berlin mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und am Samstag in Paris mit Präsident François Hollande zusammenkommen. Bereits am Mittwoch will der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker in Athen mit Samaras sprechen.

Wie das Treffen endet, ist momentan noch unklar. (Tagesschau 22.8.2012, 12:45 Uhr)

Vertreter der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds prüfen derzeit die griechischen Sparanstrengungen. Ihr Bericht soll im September vorliegen. Von ihm hängt ab, ob das hochverschuldete Land weitere Finanzspritzen erhält, um einer Staatspleite zu entgehen. 

(agenturen/godc;hesa)