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International

Das Morden in Syrien nimmt kein Ende

Mittwoch, 22. August 2012, 18:26 Uhr

In Damaskus haben syrische Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten erneut ein Massaker verübt. In einem Vorort seien 42 Menschen getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Es sei jedoch zu befürchten, dass die Zahl deutlich steigen werde. In einem Keller seien dutzende weitere Leichen entdeckt worden. Zudem gebe es Berichte, dass in dem religiös gemischten Vorort beim Beschuss einer Beerdigungsprozession weitere 36 Menschen getötet worden seien.

Mit Unterstützung von Panzern stürmten Regierungstruppen zudem ein gehobenes Viertel in Damaskus und töteten dabei mindestens elf Personen. Vor dem Angriff am frühen Morgen beschossen sie das Quartier mit Mörsern. Ein Aktivist berichtete, bis zu 30 Panzer und rund 20 Fusssoldaten hätten das Stadtviertel Kafar Susa gestürmt.

Bild Mann hält sich die Hände über dem Kopf, er kniet vor 4 in Tücher gewickelten Leichen.
Seit Monaten kommen bei den Gefechten zwischen Assad-Truppen und Rebellen immer wieder Zivilisten ums Leben. keystone/archivbild

Wegen den anhaltenden Kämpfen sind in Syrien immer mehr Zivilisten auf der Suche nach einem sicheren Zufluchtsort. So verliessen zahlreiche Menschen die seit Tagen umkämpfte Ortschaft Al-Harak in der südlichen Provinz Daraa nahe der Grenze zu Jordanien. Unter den Flüchtlingen befanden sich offenbar auch mehrere verletzte Kinder.

Wieder Kritik aus Russland

Die irakische Armee machte derweil den Grenzübergang Al-Kaim an Syriens Ostgrenze komplett dicht. Ein Armeesprecher sagte, der Übergang sei jetzt mit drei Meter hohen Betonsperren blockiert worden. Zur Begründung hiess es, die Freie Syrische Armee (FSA) habe den Grenzposten auf der syrischen Seite in Al-Bukamal überrannt.

Um abermals zu versuchen, auf diplomatischem Weg eine Lösung des  Syrien-Konflikts herbeizuführen, wird der neue UNO-Syrienvermittler Lakhdar Brahimi am Freitag zu Gesprächen am UNO-Hauptsitz in New York erwartet. Brahimi werde sich mit Generalsekretär Ban Ki Moon und anderen «hochrangigen Offiziellen» treffen, sagte ein UNO-Sprecher.

Russland, das im Sicherheitsrat gemeinsam mit China mehrere Resolutionen gegen Assads Regime verhindert hatte, beschuldigte den Westen erneut, die bewaffneten Regimegegner in ihrem Kampf gegen Assad anzutreiben. «Unsere westlichen Partner haben noch immer nichts getan, um die Opposition zu einem Dialog mit der Regierung zu bewegen», hiess es vom Aussenministerium in Moskau.

«Sie stiften die Rebellen stattdessen offen dazu an, den bewaffneten Kampf fortzusetzen; es sei klar, dass mit diesen Methoden eine politische Lösung der Krise unmöglich ist.»

(sda/gern; buet)