Inhalt

«10vor10»-Serie

«10vor10»-Serie: Ernährung

Monika Balmer
Dienstag, 21. August 2012, 19:03 Uhr

War früher alles besser als heute? Finden Feinschmecker heute die grössere Auswahl an Delikatessen? War das Essen früher einfach, aber besser? Die 63jährige Barbara Jutz und die 44jährige Esther Julmy diskutieren auf dem roten Sofa von «10vor10» über Hirnschnitte, Ananas und Büchsennahrung.

Wer heute durch den Lebensmittelladen geht, hat eine riesige Auswahl. Blattsalat im Winter, Orangen im Sommer, Ananas und Papaya rund ums Jahr. Die beiden Nachbarinnen Esther Julmy und Barbara Jutz haben die Qual der Wahl. Spulen wir die Zeit zurück.

Vor 50 Jahren waren Bananen noch teure Delikatessen, die von geschulten Bananenreifern bei richtiger Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwacht wurden, bis sie in den Laden kamen. «Südfrüchte gab es nur an Feiertagen, und aus Orangen hätten wir nie Saft gemacht», erzählt Barbara Jutz aus ihrer Kindheit. Für Esther Julmy gehören heute Früchte zur täglichen Ernährung: «Man muss ja schliesslich schauen, wie man auf fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag kommt.»

Barbara Jutz (63) und Esther Julmy (44) diskutieren übers Essen.

Auch beim Fleisch ist heute alles anders: Während in den 60er Jahren die Fleischindustrie noch 400 Gramm Fleisch pro Tag empfahl, liegt der heute von Ernährungsberatern gepredigte Wert bei 100 Gramm. «Wir assen alles, geräuchertes Euter, Hirnschnitte, Innereien.»

«Poulet habe ich zum ersten Mal in der vierten Klasse gegessen. Das war ein richtiges Festessen, mein Vater machte davon extra eine Foto», erzählt Barbara Jutz. Barbara Julmy kann sich nicht mehr vorstellen, soviel Fleisch und vor allem geräuchertes Euter zu essen. «Und Filet liegt vom Budget her sowieso nicht jeden Tag drin.»

«10vor10»-Serie: Auf Einkauftstour