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Schweiz

Einbürgerungen werden zurückgehen

Dienstag, 21. August 2012, 15:48 Uhr, Aktualisiert 17:43 Uhr

Jedes Jahr werden rund 3500 Menschen weniger den Schweizer Pass erhalten, wenn die Bürgerrechts-Revision vom Parlament gutgeheissen wird. Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) fordert darum einen grundsätzlichen Systemwechsel.

Die eidgenössische Kommission für Migrationsfragen fordert einheitliche Einbürgerungskriterien. (Tagesschau 21.8.2012, 19:30 Uhr)

2011 haben knapp 38‘000 Menschen den Schweizer Pass erhalten. Mit der geplanten Bürgerrechts-Revision, die im Herbst in den Nationalrat kommt, soll ein Gesuch schon nach 8 und nicht erst nach 12 Jahren gestellt werden können. Dies würde laut der EKM zu zusätzlichen 1500 Einbürgerungen führen.

Allerdings sollen nur noch Menschen mit einer Niederlassungsbewilligung – einem so genannten C-Ausweis – eingebürgert werden können. Dies hätte jährlich 5000 Einbürgerungen weniger zur Folge.

Analyse der EKM

Von 1992 bis 2010 betrafen laut einer Studie im Auftrag der EKM 12 Prozent der ordentlichen und 18 Prozent der erleichterten Einbürgerungen Menschen mit einer B- oder F-Bewilligung, wobei dieser Anteil in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen ist. Insgesamt hätte die Totalrevision also einen Rückgang von jährlich rund 3500 Einbürgerungen zur Folge, etwas weniger als 10 Prozent aller Einbürgerungen.

Kantonale Unterschiede

Die Untersuchung zeigt im weiteren, dass die Einbürgerungsquote auf dem Land tiefer ist als in Städten. Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen den Kantonen. Von 1992 bis 1998 hatte Nidwalden die höchste Quote, gefolgt vom Kanton Genf.

Quote der ordentlichen Einbürgerungen (2005 bis 2010)Quelle: BFS

 

0,0-1,0 %

 

1,0-1,5 %

 

1,5-2,0 %

 

2,0-2,5 %

 

2,5-3,0 %

 

3,0-3,5 %

Von 2005 bis 2010 steht der Kanton Zürich mit einer Einbürgerungsquote von 3,5 Prozent an der Spitze. Auch in den Kantonen Bern, Appenzell Innerrhoden und Genf liegt die Quote über 3 Prozent.

Harmonisierung der Verfahren gefordert

Die Ergebnisse bestärken die EKM in ihrer Forderung nach einem Systemwechsel im Einbürgerungsverfahren, wie Präsident Walter Leimgruber vor den Medien sagte. Ein modernes Einbürgerungsverfahren müsse statt von Bund, Kantonen und Gemeinden auf einer einzigen Stufe behandelt werden.

Nur eine Harmonisierung der Verfahren mit einheitlichen und transparenten Kriterien könne einen gleichberechtigten Zugang aller Ausländerinnen und Ausländer zum Schweizer Pass gewährleisten, hält die Kommission fest. Zudem fordert sie die automatische Einbürgerung für Ausländerinnen und Ausländer ab der zweiten Generation.

(sda/coro; fref)