Vermischtes
Über 30 Grad – hitzefrei? Von wegen…
Die Sommerferien sind vorbei, die Schweizer Schüler müssen wieder in der Schule schwitzen. Und das wortwörtlich: Denn bei über 30 Grad fällt das Lernen bestimmt noch schwerer. Hitzefrei gibt es angesichts der brütenden Hitze aber nicht.
Wer kann sich noch an die früheren Hitzeferien erinnern? Die meisten Schweizer Schüler kennen dieses Vergnügen nur aus Erzählungen. Seit etwa 10 Jahren ist es aber fast überall auch offiziell vorbei – mit hitzefrei.
Im Kanton Basel-Stadt etwa durften sich die Schüler zuletzt 2002 über ein paar freie Tage freuen, wie Hans Georg Signer, Leiter Bildung im Erziehungsdepartement Basel-Stadt, zu «SF Online» sagt. «Bei uns gab es Hitzeferien von 1975 bis 2002, letztmals eben 2002.»
Dann haben die Schulärzte bemerkt, dass sie sich mit ihrer Begründung FÜR die Hitzeferien selbst ein Ei gelegt haben: Schulfrei bei Hitze sei gesünder für die Schüler, resümierten die Experten noch in den 70er-Jahren. 30 Jahre später sahen sie dann ein, dass die Schüler bei über 30 Grad im Schulzimmer besser aufgehoben sind als auf dem Fussballplatz.
Risiko der fehlenden Betreuung
Doch das ist nicht der einzige Grund: Die Kantone Basel-Stadt, Bern, Zürich oder Luzern sind sich einig, die Schüler können nicht einfach nach Hause geschickt werden, wo unter Umständen niemand auf sie wartet.
«Wir haben einen Betreuungsauftrag», sagt etwa Regula Huber, Informationsbeauftragte des Bildungsdepartements Kanton Luzern. Dies bestätigt auch Martin Wendelspiess, Leiter des Volksschulamts Kanton Zürich. Besser sei es, den Unterricht den Wetterverhältnissen anzupassen, etwa durch Malateliers oder einen Badibesuch. So seien die Kinder beaufsichtigt und würden die heissen Tage gesundheitlich einwandfrei überstehen.
Deshalb ist das Thema Hitzeferien bei den meisten Kindern und Eltern auch vom Tisch, sagt Hans Georg Signer schmunzelnd. Im Jahr 2003 habe es eine Schülerdemonstration für die Hitzeferien gegeben – seither sei es ruhig.
Viel Wasser für den kühlen Kopf
Im Kanton Bern gibt es dafür Tipps für Schüler und Lehrer: Auf ihrer Internetseite hat die Erziehungsdirektion vorübergehend ein Informationskästchen aufgeschaltet. Es verweist auf die Ratschläge des Bundesamts für Gesundheit zum Schutz vor Hitzewellen.
Der Gesundheitsdienst der Stadt Bern etwa empfiehlt den Schulen, die Aktivitäten anzupassen, wie Co-Leiterin Annemarie Tschumper auf Anfrage sagte.
Zum Beispiel sollte der Turnunterricht nicht gerade am frühen Nachmittag unter der brennenden Sonne stattfinden. Die Schüler sollen im Schatten bleiben und viel Wasser trinken. Und möglichst einen kühlen Kopf bewahren.
(sf/sda/gern;zinv)



