International
Todesstrafe für Gattin von chinesischem Polit-Star
Ein chinesisches Gericht hat Gu Kailai, die Ehefrau des entmachteten, prominenten Politikers Bo Xilai, wegen Mordes zum Tod verurteilt. Die Strafe sei jedoch in eine Freiheitsstrafe umgewandelt worden, berichtete der Anwalt der Familie des Opfers.
Das chinesische Gericht hat die Todesstrafe mit einer zweijährigen Gnadenfrist verhängt. Sollte Gu sich in diesem Zeitraum keiner weiteren Straftaten schuldig machen, bedeutet das Urteil für sie wahrscheinlich eine lebenslange Gefängnishaft, wie ein Augenzeuge des Verfahrens berichtete.
Ein mitangeklagter Hausangestellter wurde wegen Beihilfe zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Beide hatten Geständnisse abgelegt. Beide Verurteilten wollen keine Berufung einlegen, wie ein Augenzeuge vor dem Gericht sagte.
Tat gestanden
In Chinas spektakulärstem Gerichtsprozess der vergangenen Jahrzehnte geht es um den Giftmord an dem britischen Geschäftsmann Neil Heywood. Er soll ein Freund der Familie gewesen sein.
Die einst prominente Anwältin Gu Kailai hat gestanden, den britischen Geschäftsmann Neil Heywood getötet zu haben. Die Motive sind aber im Dunkeln. Es soll um einen Geldstreit und Drohungen des Briten gegen Gus Sohn gegangen sein.
Gu soll mit Hilfe von Neil Heywood versucht haben, Geld ins Ausland schaffen. Als der Plan aufzufliegen drohte, soll sie den Briten vergiftet haben – um die Karriere ihres Mannes Bo Xilai zu retten.
Bereits vor der Mordanklage gegen seine Frau war Bo Xilai jedoch wegen Korruptionsverdachts als Parteichef der 30-Millionen-Metropole Chongqing abgesetzt worden. Danach verlor er auch seinen Sitz im mächtigen Politbüro. Bos Sturz war ein schwerer Schlag für die «neue Linke» in der Kommunistischen Partei.
(sda/kunb; muei)







