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Krise im Euro-Land

Samaras will «Euro-Tod» verhindern

Montag, 20. August 2012, 18:10 Uhr

Griechenland drohen ohne neue Hilfen Staatsbankrott und Euro-Ausstieg. Der griechische Regierungschef Antonis Samaras versucht am kommenden Wochenende in Berlin und Paris, die verlorene Glaubwürdigkeit für sein Land zurückzugewinnen.

Für den griechischen Finanzminister Ioannis Stournaras ist klar, dass nur der Verbleib in der Eurozone die Griechen «vor einer noch nie erlebten Armut bewahren kann». Mit diesem Ziel, dem Verhindern des «Euro-Todes», reist am Wochenende der Premier Antonis Samaras nach Berlin und Paris.

Bild Griechenlands Premier Antonis Samaras.
Definitive Antworten wird Samaras wohl erst Mitte Oktober bekommen. reu

Seit dem Ausbruch der Krise hat Athen seine Versprechungen mehrmals nicht eingehalten. Samaras will daher auf seiner Reise auch versuchen, die Glaubwürdigkeit für sein Land wiederherzustellen.

Griechenland braucht mehr Zeit

Die Bevölkerung Griechenlands stellt sich notgedrungen auf den «Euro-Tod» ein. Der Blick in die europäischen Schlagzeilen lässt sie nicht unbedingt hoffen. «Viele Beobachter und zahlreiche Politiker schaukeln sich gegenseitig mit der negativen Griechenland-Rhetorik hoch, statt uns arbeiten zu lassen.» Das die Worte eines hohen Funktionärs des Finanzministeriums gegenüber der DPA. Ihm pflichtet der Athener Prokurist Nikos Vroussis bei: «Wenn man nicht einsieht, dass Griechenland mehr Zeit braucht, sich zu reformieren, dann ist das Ende sehr nahe.»

Die Regierung weiss, dass auch die Sparmassnahmen soziale Unruhen auslösen könnten. Trotzdem ist Samaras entschlossen, seine harte Sparpolitik mit weiteren 11,5 Milliarden Euro Einsparungen fortzuführen. Dagegen hält die grösste Oppositionspartei, das Bündnis der radikalen Linken. Sie ist überzeugt, dass die Koalitionsregierung das Land «mit mathematischer Sicherheit zur Katastrophe führe».

Hoffnung auf mehr Verständnis von Hollande

Am Mittwoch macht sich der Eurogruppen-Chef, Jean Claude Juncker, ein Bild vom Sparprogramm. Als erster EU-Spitzenpolitiker hatte er angedeutet, Griechenland könnte mehr Zeit bei der Umsetzung bekommen.

An den nächsten Tagen spricht Samaras mit Kanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande. Samaras erhofft sich, dass sich Hollande für mehr Verständnis für Griechenlands Probleme einsetzen werde.

Forderung nach Fristverlängerung

In Berlin möchte Samaras einbringen, dass Athen mit einer Arbeitslosenrate von 23 Prozent und einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 20 Prozent in drei Jahren auf Hilfe angewiesen ist. Er fordert eine dringende Fristverlängerung für die Erfüllung der Sparauflagen um mindestens zwei Jahre.

Dazu wünscht sich Athen einen Zahlungsaufschub für das erste Sparpaket und einen weiteren Schuldenschnitt für Papiere, die in den Händen der Europäischen Zentralbank sind.

Klarheit frühestens Mitte Oktober

Allerdings besteht kaum Hoffnung, dass Samaras Forderungen erfüllt werden. Ein griechischer Diplomat vermutet aber: «Wir werden nach dieser Reise wissen, woher der Wind weht.» Klarheit wird es frühestens Mitte Oktober beim EU-Gipfel geben.

(dpa/landn; buet)