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Krise im Euro-Land

Athen will Schulden bei der EZB zurückzahlen

Montag, 20. August 2012, 12:23 Uhr

Die griechische Regierung will in den kommenden Tagen 3,2 Milliarden Euro Schulden an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Die Kassen in Athen sind zwar leer, doch hatte Griechenland letzte Woche mit einer Geldmarktauktion frisches Geld aufgenommen.

«Das ist geklärt, es gibt kein Problem, Griechenland wird seinen Verpflichtungen im Laufe des Tages nachkommen, wir haben das nötige Geld», sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums in Athen. Den genauen Zeitpunkt kündigte er nicht an.

Bild Der Hauptsitz der EZB in Frankfurt.
Die EZB - hier der Hauptsitz in Frankfurt - kann auf Milliarden aus Athen hoffen. reuters

Griechenland hatte letzte Woche gut 4 Milliarden Euro mit einer Geldmarktauktion aufgenommen. Es sind dreimonatige Anleihen zu einem Zinssatz von 4,43 Prozent. An diesem neuen kurzfristigen Kredit haben sich hauptsächlich Banken als Geldgeber beteiligt.

Warten auf Plazet der Troika

Athen wartet derzeit auf die Auszahlung einer weiteren Tranche der internationalen Finanzhilfen in Höhe von 31,5 Milliarden Euro. Im Laufe der Woche will die griechische Regierung neue Initiativen starten, damit die Geldgeber die Fristen zur Umsetzung von Reformen und Sparmassnahmen verlängern.

Die Kontrolleure der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) wollen im September ihre Kontrollen fortsetzen, um festzustellen, ob Athen seine Verpflichtungen erfüllt. Zuletzt hatten die Prüfer zwar Fortschritte festgestellt – doch kurzfristig dürfte auf keinen Fall Geld fliessen.

«Kreative Lösung»

Damit das klamme Athen sein Schulden bei der EZB überhaupt bezahlen kann, hat man sich auf eine Lösung geeinigt, die in Finanzkreisen und von Medien als «kreativ» bezeichnet wird oder sogar als «Schneeballsystem»:  Kurzfristig anberaumte Geldmarktauktionen sollen Athen das Geld einbringen. Da internationale Investoren griechische Papiere meiden, kommen vor allem griechische Banken als Käufer in Frage.

Weil viele griechische Banken jedoch selbst nicht flüssig sind, haben Staatstitel für sie nur dann einen Wert, wenn sie als Sicherheit für Zentralbankgeld eingereicht werden können. Deshalb soll der EZB-Rat der griechischen Zentralbank gestattet haben, mehr kurzfristige Staatspapiere als Pfand anzunehmen.

(dpa/sda/coro; buet)