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«Brand ist eine Katastrophe für Werkplatz Arbon»

Sonntag, 19. August 2012, 19:56 Uhr, Aktualisiert 20.08.2012, 20:54 Uhr

Rund zwölf Stunden hat es gedauert, bis der Grossbrand auf dem Saurer-Areal in Arbon (TG) gelöscht war. Noch ist die Brandursache nicht bekannt, doch bereits jetzt steht fest: Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe.

Ein Teil des Saurer-Areals ist in Schutt und Asche. Bis zu zwei Meter hoch türmt sich der Brandschutt, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Vierzehneinhalb Stunden nachdem der Alarm ausgelöst worden war, standen noch immer 40 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie beseitigen letzte Glutnester.

Laut Manuel Britschgi, Einsatzleiter der Stützpunktfeuerwehr Arbon, sind vom Feuer rund 20 Firmen betroffen, einzelne hätten alles verloren.

Eine Feuerwalze

Eine regelrechte Feuerwalze hat am Sonntagabend fünf Hallen zerstört, in denen früher Saurer-Lastwagen hergestellt worden und bis Sonntagabend mehrere Dutzend kleinere und mittelgrosse Firmen eingemietet waren. Die Flammen und die Rauchsäule waren bis nach St. Gallen und vom deutschen Bodenseeufer aus zu sehen.

Bild Google- und SF-Kartenausschnitt
Der Kartenausschnitt zeigt, wo sich der Grossbrand ereignet hat. google / sf

Bei den Löscharbeiten, in die Feuerwehrleute aus dem ganzen Oberthurgau und dem Kanton St. Gallen involviert waren, wurden gemäss Einsatzleiter Britschgi vier Männer verletzt: Einer erlitt Verbrennungen, zwei eine Rauchvergiftung. Einem Feuerwehrmann fiel ein Balken auf den Kopf.

Mehrere Feuerwehrleute mussten zudem wegen Hitzestaus vor Ort behandelt werden. Die Hitze – sie war gemäss Britschgi das grosse Problem beim Löschen des Feuers. «Wir konnten die Flammen nur aus der Distanz bekämpfen», sagt der Einsatzleiter. Darum wurde auch ein Helikopter eingesetzt.

Auch heute sind immer noch 40 Feuerwehrleute im Einsatz. (Tagesschau 20.8.2012, 19:30 Uhr)

Patrick Hug, Stadtammann ad interim in Arbon, nannte den Brand in der Sendung «Heute Morgen» von Schweizer Radio DRS «eine Katastrophe für den Werkplatz Arbon». Es seien teilweise renommierte Firmen betroffen. «Ich bin sehr bestürzt.»

Hug war am Sonntagabend vier Stunden auf dem Saurer-Areal. Er lobte die Arbeit der Feuerwehrleute. «Ihr selbstloser Einsatz verdient Dank und Anerkennung.» Hug war vor Ort, um zwischen den Firmeninhaber und der Generalunternehmung HRS zu vermitteln. Die Firma ist Inhaberin des Saurer-Areals.

Der Stadtammann hofft, dass möglichst viele der vom Brand betroffenen Firmen in diesen Hallen, die ebenfalls der HRS gehören, unterkommen und dort weiter arbeiten können. Vor zehn Jahren hatte schon einmal ein verheerendes Feuer ehemalige Saurer-Hallen in Schutt und Asche gelegt.

Schwierige Untersuchungen

Die Brandursache ist weiterhin unklar. Laut Einsatzleiter Britschgi brach das Feuer möglicherweise in einer Firma aus, die Holz verarbeitet. Sicher sei aber gar nichts.

 Von dort griff es auf die anderen Hallen über. Zur Klärung der Brandursache zog die Polizei Spezialisten bei. Ihre Arbeit sei schwierig, weil die betroffenen Hallen entweder zerstört seien oder wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden könnten.

Gemäss Fredy Weber vom Schadendienst der Thurgauer Gebäudeversicherung (GVTG) beträgt der Schaden nach ersten Schätzungen mehrere Millionen Franken. Es werde dauern, bis die ganze Schadensumme genau beziffert werden könne.

Grossbrand auch in Gossau

In der Ostschweiz kam es am Wochenende noch zu einem zweiten Brand. In Gossau (SG) ist am späten Sonntagnachmittag die Halle eines Recycling-Unternehmens in Brand geraten. Die umliegenden Feuerwehren sowie weitere Rettungskräfte waren mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

Anlässlich ihrer Patrouillentätigkeit stellte eine Polizeipatrouille gegen 17 Uhr bei der Firma eine schwarze Rauchsäule fest und bot sofort die Feuerwehr auf. Das Feuer griff rasch auf das gesamte Gebäude über, sodass dieses in kurzer Zeit in Vollbrand stand. Die Feuerwehren von Gossau, Flawil-Degersheim und St. Gallen standen mit etwa 120 Angehörigen im Einsatz. Bei diesem Grossbrand und den Löscharbeiten wurde niemand verletzt.

(sf/sda/kunb/muei; buet)