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Schweiz

Pussy-Riot-Urteil: Welle der Empörung erreicht Schweiz

Sonntag, 19. August 2012, 5:03 Uhr

Die Solidaritätswelle für die russische Frauen-Punk-Band «Pussy Riot» ebbt nicht ab. Bei ihrem Konzert im Zürcher Letzigrund weibelte Pop-Gigantin Madonna für die Musikerinnen, die in Moskau verurteilt worden waren. Und auch die Schweizer Politik denkt an eine Intervention.

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Einen Tag nach dem Schuldspruch gegen die russische Frauenband zeigte sich Madonna entsetzt. «Ich bin wirklich erschüttert über das Urteil», sagte sie vor den Fans im Zürcher Letzigrund. Den Rest ihres Lebens wolle sie dem Kampf gegen jegliche Diskriminierung widmen, fügte Madonna an.

Dann streckte die Stilikone aus den USA ihre Arme breit auseinander. Darauf war in grossen schwarzen Lettern zu lesen: «Free Pussy Riot». Die drei Mitglieder der kremlkritischen Frauenband, deren Freilassung Madonna fordert, wurden am Vortag zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Zwei Jahre Arbeitslager für Pussy Riot (10vor10,17.08.2012)

EDA prüft Intervention

Auch in der Schweizer Politik regt sich Widerstand gegen den Moskauer Richterspruch. Die Schweiz werde «die Möglichkeit prüfen», sich zur Frage des Urteils Russlands gegen die drei Frauen von «Pussy Riot» im Rahmen des Ständigen Rats der OSZE zu äussern», bestätigte das EDA gegenüber dem «Sonntag»: «Entweder alleine oder mit der Gruppe der like-minded Länder.»

Die Schweiz habe vom Urteil Kenntnis genommen, schreibt das EDA. Es führe mit Russland «regelmässige Konsultationen über Menschenrechte» und werde in diesem Rahmen «auch die wichtige Frage der Meinungsäusserungsfreiheit thematisieren».

Bild Aebi
Als Präsident der APK spricht Andreas Aebi von einer «gewissen Willkür» in Russland. keystone/archiv

Thema für Nationalrat-Kommission

Auch in der aussenpolitischen Kommission (APK) des Nationalrats wird das Urteil zu zwei Jahren Straflager wegen Rowdytum und Schüren politischen Hasses zum Thema. «Ich werde den Präsidenten bitten, dass er es auf die Traktandenliste setzt», sagt FDP-Nationalrätin Doris Fiala (ZH).

Dieser, SVP-Nationalrat Andreas Aebi, erklärte: «Ich werde es mir dieses Wochenende überlegen, ob ich es selbst traktandiere.» Er spricht von einer «gewissen Willkür», die sich in Russland zeige.

(sda/sf/halp; engf)