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International

Japanische Aktivisten hissen Flagge auf umstrittenem Grund

Sonntag, 19. August 2012, 10:44 Uhr, Aktualisiert 13:07 Uhr

Erneute Provokation im Streit um eine umstrittene Inselgruppe im Ostchinesischen Meer: Japanische Aktivisten sind auf den von Japan und von China beanspruchten Senkaku-Inseln gelandet. China protestierte scharf.

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Trotz Protesten aus Peking und eines Verbots japanischer Behörden machten sich rund ein Dutzend Aktivisten auf 20 Booten von Japan aus zu den Inseln auf. Sie schwammen von ihren Booten aus los und betraten die Hauptinsel Uotsurijima, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

«Zeichen an Chinia»

An Land hissten die Aktivisten die japanische Flagge. Weil sie nicht zum höchsten Punkt der Insel gelangen konnten, stellten sie die Fahne an einem Berghang und am Ufer auf. Eiji Kosaka, ein mitgereister Stadtparlamentarier aus Tokio, bezeichnete die Reise als «grossen Erfolg». Sie solle ein Zeichen an China sein.

Der Haussegen zwischen China und Japan hängt schief. («Tagesschau» vom 19.08.2012)

Die Inseln seien eindeutig japanisches Territorium, sagte Kosaka. Es gebe dort noch typische japanische Häuser. Derzeit ist die Inselgruppe unbewohnt. Die japanische Küstenwache beobachtete die Boote während der Aktion, nahm aber niemanden fest.

Protestnote aus China

Nach der Aktion kehrten die rund 20 Boote zur Insel Ishigaki zurück. Mit von der Partie waren rund 150 nationalistisch gesinnte Aktivisten und Abgeordnete. China und Japan erheben gleichermassen Anspruch auf die Senkaku-Inseln. Auf Chinesisch heissen sie Diaoyu.

Tokio beruft sich auf das Jahr 1885, in dem die Japan die Kontrolle der Inseln übernahm. Peking hält dagegen, die Diaoyu-Inseln hätten bereits während der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) zu China gehört und seien auf Landkarten und in einem Buch verzeichnet gewesen.

China hat die Aktion in einer Protestnote scharf kritisiert. Japan müsse jegliche Bestrebungen einstellen, die die territoriale Souveränität des Landes bedrohten, liess das chinesische Aussenministerium verlauten. Die japanischen Behörden, welche die Inseln kontrollieren, hatten den Aktivisten verboten, an Land zu gehen.

Chinesen aufgegriffen und ausgeschafft

Die Aktion der japanischen Aktivisten war nicht die erste Provokation in den vergangenen Tagen: Am Mittwoch waren 14 chinesische Aktivisten auf den Senkaku-Inseln gelandet, um Chinas Anspruch auf die Gruppe Nachdruck zu verleihen und gegen die Reise der japanischen Abgeordneten zu protestieren.

Für ihre Aktion hatten die Chinesen den Jahrestag der japanischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg am 15. August 1945 gewählt. Die japanische Küstenwache nahm die Gruppe fest, am Freitag wurden sie des Landes verwiesen.

Fisch und Rohstoffe

Die unbewohnten Inseln werden von Japan kontrolliert. Sie liegen in reichen Fischgründen, und in ihrer Umgebung werden grosse Erdölvorkommen vermutet. Ausserdem sind sie von strategischer Bedeutung. Vier der fünf Inseln sind in privatem Besitz; die fünfte gehört der Stadt Tokio.

Deren Gouverneur hatte im April den Kauf weiterer Inseln angekündigt. Japans Botschafter in Peking, Uichiro Niwa, warnte im Juni, dass dies den Konflikt zwischen China und Japan verschärfen könnte.

(sda/afp/buet; engf)