Inhalt

Vermischtes

Gesundheitsrisiko Hitze: Ältere Menschen besonders belastet

Samstag, 18. August 2012, 3:04 Uhr

Auf die Schweiz rollt eine Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von 35 Grad zu. Besonders gefährdet durch die Glutofenhitze sind ältere und pflegebedürftige Personen. Um das Risiko einer Dehydrierung klein zu halten, sollten Angehörige und Heimleitungen frühzeitig planen.

Bild

Gemäss einer Informationsbroschüre des Bundesamts für Gesundheit (BAG) brauchen betagte Personen während Hitzetagen eine engere Betreuung. Tägliche Telefonate oder Besuche minimieren demnach die Gefahr, ebenso gut lesbare Telefonlisten mit den Nummern von Ansprechpersonen oder Ärzten.

Ältere Menschen sollten sich während der heissesten Tageszeit nicht im Freien aufhalten, lose und dünne Kleidung tragen und genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Gemäss BAG sollten täglich mindestens 1,5 Liter getrunken werden. Auf alkoholische, koffeinhaltige und stark gezuckerte Getränke sei zu verzichten.

Hitzewarnung für die Schweiz (Tagesschau, 17.08.2012)

Kreislaufprobleme und Verwirrtheit

«Wenn dem Körper nicht genügend Wasser zugeführt wird, kann dies zu Kreislaufproblemen, Verwirrtheitszuständen und sogar zur Bewusstlosigkeit führen», warnt die Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer. «Ältere Menschen vergessen oft ausreichend zu trinken, weil ihr Durstempfinden nachlässt», erläutert die Expertin. Aber auch die Angst vor Inkontinenz oder vor einem nächtlichen Toilettengang spiele häufig eine Rolle.

Bild Mann trinkt Wasser
Ältere Menschen vergessen oft ausreichend zu trinken - mit erheblichen Gesundheitsgefahren bei Hitze. reuters/archiv

Täglich verliere ein Mensch bis zu zwei Liter Wasser über Schweiss, Atemluft oder Harn. «Senioren sollten deswegen am Tag rund 1,5 Liter Flüssigkeit über Getränke zu sich zu nehmen», empfiehlt Restemeyer. Familienangehörige müssten bei älteren Menschen verstärkt darauf achten, dass sie genügend trinken. «Zu allen Mahlzeiten sollten Getränke angeboten werden», empfiehlt Restemeyer. Zudem sei es ratsam, an bestimmten Orten im Haus Getränke bereitzustellen und nachzufüllen.

Wärme gegen die Hitze (Puls, 29.08.2011)

Tomaten, Gurken und Melonen

«Hilfreich ist es auch, Rituale zu schaffen, wie beispielsweise einen Fünf-Uhr-Tee», schlägt die Expertin vor. Ausserdem könnten Familienangehörige einen Trinkplan einführen, in dem genau festgehalten werde, wann und wie viel getrunken wurde. Geeignete Getränke sind Leitungs- und Mineralwasser, ungesüsste Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. «Einige Mineralwässer bieten zusätzlich die Möglichkeit, die Calcium- und Magnesiumversorgung zu verbessern», betont Restemeyer.

Dagegen sollte Kaffee und Schwarztee nur in Massen genossen werden. Limonaden und Colagetränke seien wegen ihres hohen Zuckergehalts ebenso wenig geeignet wie alkoholische Getränke. «Durch wasserreiche Lebensmittel wie Tomaten, Gurken oder Melonen kann zusätzlich Flüssigkeit zugeführt werden», rät die Ernährungswissenschaftlerin.

Bild Entkleideter Mann auf Parkbank
Entspannung im aufgeheizten London - doch nie ohne regelmässiges Trinken. reuters/archiv

Bis 35 Grad und Ozonbelastung

Bereits am Mittwoch zeigte das Thermometer in Basel nach Angaben von SF Meteo Höchstwerte von gegen 34 Grad an. Die SF-Wetterfrösche rechnen in der Zeit von Sonntag bis Dienstag mit Höchsttemperaturen von bis zu 35 Grad. Der «Schweizerrekord» dürfte aber unangetastet bleiben - dieser wurde mit 41,5 Grad am 13. August 2003 in Grono im Misox aufgestellt.

Mit den Temperaturen steigt auch die Ozonbelastung. Am späten Freitagnachmittag wurde der Grenzwert von 120 Mikrogramm an verschiedenen Messstationen überschritten, wie der Webseite des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zu entnehmen war. Der höchste Wert wurde mit 146 Mikrogramm in der Magadinoebene gemessen. Für Samstag wird mit einer noch stärkeren Belastung gerechnet.

Eine starke Ozonbelastung kann beim Menschen etwa Augenbrennen und Kopfschmerzen verursachen. Diese Symptome verstärken sich noch bei starker körperlicher Anstrengung. Das BAG rät deshalb bei hohen Ozonwerten vor übermässigen körperlichen Aktivitäten ab.

(sda/sf/halp)