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Nach Pussy-Riot-Urteil: Ex-Schachweltmeister droht Gefängnis
Garri Kasparow wurde in Gewahrsam genommen, als er für die Punkband Pussy Riot demonstrierte. Jetzt könnte ihm der Prozess gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Schachweltmeister.
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Kasparow soll einen Beamten gebissen haben, heisst es nach Informationen der Agentur Interfax. Dem Schachspieler und Oppositionspolitiker drohen bis zu fünf Jahre Haft. Der Beschuldigte aber wies die Vorwürfe zurück.
«Kasparow hat gewusst, worauf er sich einlässt und hat bewusst provoziert», sagt SF-Korrespondent in Moskau, Christoph Wanner, zur Festnahme.
Womöglich habe Kasparow die Verhaftung auch in Kauf genommen, «weil er Werbung in eigener Sache machen möchte». Als Oppositionsaktivist und Gründer der Partei «Das andere Russland» fehlten ihm bislang brauchbare politische Ideen, so Wanner.

Der Schachspieler
Garri Kasparow war zwischen 1985 und 1993 Weltmeister des Weltschachverbands. Danach trennte er sich von der Organisation. An Turnieren nahm er aber weiterhin teil – wie 1996 im zürcherischen Horgen (im Bild). Im März 2005 beendete er schliesslich seine Karriere und ging in die Politik.
Insgesamt nahm die Polizei knapp 100 Menschen rund um das Gericht vorübergehend fest, darunter auch Gegner der zu zwei Jahren Haft verurteilten Mitglieder von Pussy Riot.
Die drei Frauen waren nach einer Aktion gegen Putin in einer Kirche wegen Rowdytums aus religiösem Hass schuldig gesprochen worden. Sie müssen für zwei Jahre ins Gefängnis.
Die wichtigsten Akteure
Der Prozess gegen Pussy Riot sorgt für Aufsehen. Lesen sie hier mehr zu den wichtigsten Akteuren.
(sda/mery)






