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International

«Taliban haben afghanische Sicherheitskräfte unterwandert»

Freitag, 17. August 2012, 13:08 Uhr

In Afghanistan ist den Taliban ist nach den Worten ihres Anführers Mullah Mohammad Omar die erfolgreiche Unterwanderung der Sicherheitskräfte geglückt. Die Ankündigung erfolgte zusammen mit neuen blutigen Angriffen von uniformierten Afghanen auf Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf.

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«Dank der Infiltration sind die Mudschaheddin in der Lage, sicher in Basen, Büros und Geheimdienstzentralen des Feindes einzudringen», hiess es in einer Botschaft Mullah Omars zum bevorstehenden Ende des Fastenmonats Ramadan. Der untergetauchte Taliban-Chef rief Soldaten und Polizisten auf, sich den Aufständischen anzuschliessen. Die Zeit sei reif, «weil der Tag nicht fern ist, an dem die Invasions-Armee des Feindes aus Afghanistan fliehen wird».

Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass afghanische Sicherheitskräfte erneut das Feuer auf Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf eröffnet haben. Im ersten Fall habe ein Polizist in der westafghanischen Provinz Farah zwei US-Soldaten getötet, teilte die Nato-geführte Isaf mit. Auch der Angreifer sei erschossen worden. In der südafghanischen Provinz Kandahar habe ein weiterer Angehöriger der afghanischen Sicherheitskräfte auf Isaf-Soldaten geschossen, aber niemanden getötet. Der Angreifer sei verwundet worden.

Bereits 29 Angriffe aus Isaf-Soldaten

Angriffe von Afghanen in Armee- oder Polizeiuniform auf ausländische Soldaten haben deutlich zugenommen. Die Internationale Schutztruppe zählte seit Jahresbeginn 29 solche Vorfälle, bei denen 37 ausländische Soldaten getötet wurden. Im gesamten vergangenen Jahr waren bei 21 entsprechenden Angriffen 35 Todesopfer zu beklagen. Die Isaf führt die meisten der Fälle aber nicht auf Infiltration zurück, sondern auf Faktoren wie persönliche Animositäten oder Stress.

In Mullah Omars Botschaft heisst es, nach einem Rückzug der ausländischen Truppen würden die Taliban sich um eine islamische Regierung unter Einbeziehung aller Fraktionen bemühen. Das «islamische Emirat» werde sich nicht in Angelegenheiten anderer Staaten einmischen und internationales Recht respektieren. Die Einführung der Scharia in Afghanistan sei nicht verhandelbar.

(dpa/vaid; frua)