International
Syrien: Rebellen dringen wieder nach Damaskus vor
In der syrischen Hauptstadt Damaskus wird erneut gekämpft. Aktivisten berichten von Explosionen und Gefechten rund um den Militärflughafen Al-Massa im Westen von Damaskus.
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Die Regierungstruppen sollen Panzer und Helikopter eingesetzt haben. Die Bevölkerung im eleganten Viertel Al-Massa sei verängstigt und schockiert, hiess es in den Berichten. Auch von der südlichen Peripherie der Hauptstadt wurden Kämpfe gemeldet.
Die Truppen des Assad-Regimes hatten die Aufständischen der Freien Syrischen Armee (FSA) vor mehr als zwei Wochen aus Damaskus verdrängt. Seitdem greifen die Rebellen immer wieder mit Nadelstichaktionen verschiedene Wohnviertel von Regierungsmitgliedern und Funktionären an.
Aleppo hart umkämpft
In der umkämpften nördlichen Wirtschaftsmetropole Aleppo verstärkten die Regimetruppen unterdessen den Artilleriebeschuss. Dabei würden sie nun auch besonders grosskalibrige Geschosse einsetzen, sagte ein örtlicher FSA-Kommandant. In der Nähe des Militärflughafens bombardierten Regimetruppen ein Dorf, berichteten Aktivisten.
Die Kämpfe um Aleppo dauern schon fast vier Wochen an. Keine der Seiten konnte bislang eine entscheidende Wende herbeiführen.
2,5 Millionen Menschen in Not
Nach UNO-Angaben sind inzwischen 2,5 Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe angewiesen. Seit Beginn des Syrienkonflikts im März 2011 starben nach Schätzungen der Vereinten Nationen mindestens 18'000 Menschen, Oppositionsgruppen sprechen längst von mehr als 20'000 Toten. 150'000 Menschen flohen laut UNO in Nachbarländer.
Geiseln im Libanon freigelassen
Im benachbarten Libanon liess der Al-Mokdad-Clan 18 von 40 syrischen Geiseln frei, die der einflussreiche schiitische Familienverband in seiner Gewalt hält. Der Clan, der für seine Verstrickung in den Drogenhandel bekannt ist, will mit der Geiselnahme von FSA-Sympathisanten im Libanon die Freilassung eines Angehörigen erzwingen, den die FSA bei Aleppo als angeblichen Söldner und Heckenschützen der Assad-Truppen gefangen genommen hatte.
«Zum gegenwärtigen Zeitpunkt halten wir alle Operationen auf libanesischem Boden an, weil wir genügend Syrer haben, die mit der FSA verbunden sind», sagte ein Clan-Sprecher.
Die Mokdads halten auch einen türkischen Staatsbürger fest und hatten angedroht, auch Bürger anderer Länder in der Region zu entführen, die die syrischen Rebellen unterstützen. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten daraufhin ihre Staatsangehörigen aufgefordert, den Libanon unverzüglich zu verlassen.
Ein Schweizer in Syrien
Der Schweizer Major Josef Frei war als Uno-Beobachter in Syrien. Er ist zurück in der Schweiz. Aber die Bilder, die er gesehen hat, haben ihn verändert. Mehr im DRS-Radiobeitrag vom «Echo der Zeit».
UNO zieht Konsequenzen
Der UNO-Sicherheitsrat besiegelte das Ende der Syrien-Beobachtermission Unsmis. An ihre Stelle soll nun ein Verbindungsbüro in Damaskus treten, in dem rund 30 bis 40 Menschen arbeiten sollen.
Russland kündigte für Freitag ein Treffen der Syrien- Aktionsgruppe an. Es besteht aus den Veto-Mächten im Sicherheitsrat und arabischen Ländern. Moskau fordert im Gegensatz zu den USA auch eine Teilnahme des Irans.
Nach Informationen westlicher Diplomaten am UNO-Hauptsitz in New York soll der algerische Diplomat Lakdhar Brahimi grundsätzlich zugesagt haben, die Nachfolge des Syrien-Vermittlers Kofi Annan anzutreten. Brahimi war schon vor einer Woche für die undankbare Funktion von UNO und Arabischer Liga genannt worden.
Schweiz setzt auf Diplomatie
Die Schweiz begrüsst die Ernennung von Brahimi, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte. Das EDA bekräftigte «die Unterstützung der Schweiz für die Fortführung der diplomatischen Bemühungen durch den neuen Vertreter der UNO und der arabischen Liga für Syrien». Aus Schweizer Sicht seien friedliche Verhandlungen der einzige Weg zu einer nachhaltigen Lösung des Konflikts in Syrien.
(sda/galc; kunb)



