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Pussy-Riot-Prozess: Ex-Schachweltmeister festgenommen
Vor dem Gericht, in dem Punkband Pussy Riot schuldig gesprochen wurde, geht die Polizei gegen Anhänger der drei Aktivistinnen vor. Der Oppositionspolitiker und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow wurde in Gewahrsam genommen.
Nahe dem Gericht protestieren Hunderte von Anhängern der jungen Künstlerinnen gegen den Schuldspruch. Sie akzeptieren das Urteil nicht, wonach Pussy Riot religiösen Hass habe schüren wollen. Die Polizei nahm mehrere Menschen fest, darunter die Oppositionsführer Sergej Udalzow und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow.
Für SF-Korrespondent in Moskau, Christoph Wanner, sind die Festnahmen keine Überraschung: «Kasparow hat gewusst, worauf er sich einlässt und hat bewusst provoziert.»
Kasparow ohne Ideen
Der ehemalige Weltmeister gilt als einer der stärksten Spieler der Schachgeschichte. Seit dem Rückzug vom Schach ist Kasparow als Oppositionsaktivist tätig. Er gründete unter anderem das Bündnis «Das andere Russland». Die Vereinigung wurde nicht zu den russischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2007/2008 zugelassen mit der Begründung, es handele sich um keine Partei.
«Ich vermute, Kasparow hat die Verhaftung in Kauf genommen, weil er Werbung in eigener Sache machen möchte», so Wanner. Der Oppositionsaktivist sei ein hervorragender Schachspieler, habe aber bisher keine brauchbaren politischen Ideen vorgelegt.
Demonstrationen auf der ganzen Welt
Weltweit demonstrierten Menschen für eine Freilassung von Pussy Riot. In Moskau und Bulgarien stülpten Anhänger der jungen Frauen Denkmälern bunte Sturmhauben über, das Markenzeichen von Pussy Riot. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew fällte eine Aktivistin der feministischen Gruppe Femen ein grosses Holzkreuz mit einer Motorsäge. Ultranationalisten und strenggläubige orthodoxe Christen demonstrierten hingegen für eine Verurteilung.
(sda/galc;koua)






