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Schweiz

Zusätzliche Studienplätze für Mediziner gefordert

Donnerstag, 16. August 2012, 21:06 Uhr, Aktualisiert 23:26 Uhr

In Zukunft droht der Schweiz bei der medizinischen Grundversorgung eine Ärztelücke. Um das zu verhindern haben sich vier kantonale Gremien darauf verständigt, dem gegenzusteuern. Sie fordern mehr Studienplätze und wollen dabei auch den Bund in die Pflicht nehmen, wie «10vor10» berichtet.

Vier kantonale Gremien aus Gesundheits- und Bildungspolitik schlagen neue Töne an: Sie haben sich darauf verständigt, Massnahmen zur Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung in der Schweiz zu ergreifen. In einer Absichtserklärung fordern sie ein zusätzliches Engagement des Bundes zur Erhöhung der Studienplätze an den medizinischen Fakultäten.

Ärztemangel wegen Numerus Clausus (10vor10, 16.08.2012)

Das erklärte Ziel von Bund und Kantonen ist es, in den kommenden Jahren deutlich mehr Ärztinnen und Ärzte auszubilden als heute. Damit soll eine Lücke in der medizinischen Versorgung der Schweiz verhindert werden. Obschon die Gesundheitsversorgung in der Kompetenz der Kantone liegt, fordern diese nun auch die finanzielle Rückendeckung des Bundes.

Beteiligung des Bundes gefragt

In einer Absichtserklärung, welche die Präsidenten der Schweizerischen Konferenz der Gesundheitsdirektoren GDK, der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK, der Schweizerischen Universitätskonferenz SUK und Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten unterschrieben haben, fordern sie den Bund auf, sich an den zusätzlich anfallenden Kosten zu beteiligen.

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Viele wollen Medizin studieren, doch nur die Hälfte kommt in den Genuss eines Studienplatzes. Das könnte in der Zukunft fatale Wirkungen haben. keystone

Carlo Conti, Präsident der GDK, sagt gegenüber der Sendung «10vor10»: «Es ist nicht möglich, dass die Universitäten und ihre Trägerkantone zusätzliche Ausbildungsplätze nur aus ihren eigenen Mitteln finanzieren können. Was es braucht, ist eine Beteiligung des Bundes.»

«Bund muss den Lead übernehmen»

Politisch findet die Idee der Kantone Gehör. CVP-Gesundheitspolitiker und Ständerat Urs Schwaller, stellt die Kompetenz der Kantone grundsätzlich nicht gerne in Frage, fügt aber an: «Wenn die Kantone nun bereit sind, die Kompetenzordnung zu überprüfen, dann muss man auch die Frage nach einer Mitfinanzierung des Bundes diskutieren.»

SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr geht einen Schritt weiter: «Der Bund muss den finanziellen Lead in dieser Sache übernehmen und die Aufstockung der Studienplätze unterstützen.»

(sf/maiu;hesa)