Schweiz
Fall Varone: Es war ein Marmorstein
Die Anzeichen verdichten sich, dass der Walliser Polizeikommandant Christian Varone tatsächlich ein Stück Kulturgut im Gepäck hatte, als er aus der Türkei ausreiste. Der fragliche Stein war nämlich aus Marmor und wies eine stattliche Grösse aus, wie die türkische Botschaft in Bern gegenüber «Schweiz aktuell» bestätigt.
Ende Juli war Christian Varone in der Türkei verhaftet worden. Zöllner hatten in seinem Gepäck einen Stein entdeckt, der laut den Behörden aus einer archäologischen Stätte stamme. Nach fünf Tagen kam der Walliser Polizeikommandant wieder frei und reiste zurück in die Schweiz.
Seither wird hier gerätselt, wie der Stein des Anstosses aussieht. War zuerst im Umkreis von Varones Familie von einem Kieselstein die Rede, beschrieb Varone nach seiner Entlassung vor den Medien das Stück wie folgt: Er sei faustgross und schmutzig gewesen und habe keine Inschrift getragen. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass der Stein wertvoll sein könne.
Varone nimmt noch keine Stellung
Die letzte Aussage darf jetzt aber angezweifelt werden. In einem Schreiben an «Schweiz aktuell» bestätigt die türkische Botschaft in Bern: Der Stein sei aus Marmor. Und er weise eine Grösse von 17 x 16,5 x 10 Zentimeter auf. Die Botschaft beruft sich auf Archäologen vor Ort.
Christian Varone wollte heute nicht Stellung nehmen zu diesen neuen Informationen.
Der Prozess gegen Christian Varone in der Türkei ist auf den 25. September festgesetzt. Varone gilt seit dem tragischen Carunfall vom März wegen seines beherzten Engagements als «Held von Sierre». Ausserdem bewirbt sich der Freisinnige in seiner Partei als Kandidat für den Walliser Staatsrat.



