Schweiz
Deutscher Solarstrom vermiest Stromkonzernen das Geschäft
Deutsche Solarkraftwerke sorgen über Mittag für eine regelrechte Stromschwemme: Der Strompreis bricht deshalb europaweit ein. «Die Schweizer Elektrizitätsunternehmen verlieren jährlich 100 Millionen Franken», sagt Kurt Rohrbach vom Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE) der Sendung «10vor10».
Rohrbach kritisiert die deutsche Förderpolitik scharf. Die Subventionen für die Solarenergie würden den Strommarkt stark verzerren.
Die Schweizer Stromkonzerne verdienen deutlich weniger Geld mit ihrem Stromhandel: Pro Jahr rund hundert Millionen Franken. Dies sagt Kurt Rohrbach vom Verband der schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE) der Sendung «10vor10».
Rohrbach betont, es handle sich bei den 100 Millionen Franken um eine Schätzung. Es gehe jedoch um «sehr viel Geld», das der Stromwirtschaft wegen der «stark subventionierten Konkurrenz» entgehe.
Flut von Solarstrom über den Mittag
Deutschland hat die Solaranergie in den letzten Jahren massiv gefördert. Wenn die Sonne über Deutschland scheint, speisen die Solaranlagen über Mittag gewaltige Mengen ins Netz. Der Strompreis bricht europaweit ein. «Früher konnten wir unseren Strom über Mittag noch zu sehr guten Preisen verkaufen», sagt Samuel Leupold, Leiter Handel und International der BKW. «Diese Zeiten sind aber leider vorbei».
Deutsche Subventionen gefährden Wasserkraftprojekte
Eigentlich wären Wasserkraft und Solarenergie «natürliche Partner», sagt VSE-Präsident und BKW-Geschäftsführer Kurt Rohrbach. Die Wasserkraft könne den unregelmässig anfallenden Solarstrom gut ergänzen. Doch die Flut von subventioniertem Solarstrom führe dazu, dass sich die Wasserkraft kaum mehr rechne. «Investitionen in neue Wasserkraftwerke sind dadurch gefährdet», so Rohrbach gegenüber «10vor10».







