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Pussy Riot: Richterin erhält Personenschutz
Einen Tag vor dem Urteil gegen die kremlkritische Punkband Pussy Riot erhält Richterin Marina Syrowa Schutz durch Leibwächter. Die Richterin hat offenbar mehrere Drohungen erhalten.
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Die Berichte über den Personenschutz bestätigte die Sprecherin eines Moskauer Gerichts russischen Agenturen. Verteidigung und Bürgerrechtler werfen Richterin Syrowa einseitige Prozessführung und schwerwiegende Rechtsverstösse vor. Das Verfahren gegen die drei jungen Frauen nach einer kremlkritischen Aktion in einer Kirche sei politisch gesteuert. Den Künstlerinnen, von denen zwei Mütter kleiner Kinder sind, droht wegen Rowdytums aus religiösem Hass eine mehrjährige Haftstrafe.
Rekurs bereits angekündigt
Fünf Mitglieder von Pussy Riot hatten im Februar in einer Moskauer Kirche mit einem Punkgebet gegen Patriarch Kirill sowie die Wahl von Wladimir Putin zum Präsidenten protestiert. Das mit Spannung erwartete Urteil wird am Freitag gefällt. Die Verteidigung kündigte an, gegen jede Verurteilung Widerspruch einzulegen und notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg zu ziehen.
Der Prozess gegen die Mitglieder von Pussy Riot war weltweit kritisiert worden. Die kanadische Sängerin Peaches veröffentlichte ein in Berlin gedrehtes Video mit dem Titel «Free Pussy Riot» (Freiheit für Pussy Riot). Eine von der Künstlerin initiierte Petition zur Freilassung der Frauen hätten bereits knapp 100‘000 Menschen unterzeichnet.
Die Organisation Amnesty International hat die Aktivistinnen als politische Gefangene anerkannt. Putin hatte zuletzt das zuständige Moskauer Gericht aufgefordert, ein nicht allzu hartes Urteil zu fällen. Die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Straflager für den knapp einminütigen Auftritt.
(agenturen/muei; frua)



