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International

Historische Reise des russischen Patriarchen Kirill nach Polen

Donnerstag, 16. August 2012, 15:21 Uhr, Aktualisiert 18:21 Uhr

Patriarch Kirill ist als erstes Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche überhaupt zu einem von hohen Erwartungen begleiteten Besuch in Polen eingetroffen. Das erklärte Reiseziel ist eine Versöhnung von Katholiken und Orthodoxen, Polen und Russen.

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Bei seiner Ankunft in Warschau betonte Kirill die gemeinsamen Werte mit der katholischen Kirche. «Für uns alle ist das Evangelium die Grundlage. Ich bin sicher, dass sich auf dieser Grundlage alle Missverständnisse lösen lassen». Er wolle mit seinen Gesprächspartnern «über die Vergangenheit, aber vor allem auch über die Zukunft nachdenken».

Angesichts jahrhundertelanger Spannungen zwischen katholischer und orthodoxer Kirche wird die viertägige erste Reise des Patriarchen in das katholische Land von hohen Erwartungen begleitet. Höhepunkt soll eine gemeinsame Versöhnungsbotschaft sein, die Kirill und die katholischen Bischöfe Polens am Freitag unterzeichnen.

Bild Kirill feiert Messe.
Kirill hielt auch einen Gottesdienst in der russisch-orthodoxen Kathedrale in Warschau ab. keystone

Initiative ohne politischen Kontext

Vor Kirills Ankunft in Warschau hatten sowohl der Patriarch als auch katholische Kirchenführer vor einer Politisierung des gemeinsamen Dokuments gewarnt. «Es wäre ein Fehler, die gemeinsame Initiative in einen politischen Kontext zu stellen», sagte Kirill im polnischen Rundfunk.

Beide Kirchen seien bereit, einander die «Sünden der Vergangenheit zu vergeben. Sie sind bereit, ihre Völker aufzurufen, ein neues Kapitel ihrer Geschichte zu schreiben.»
 
Erzbischof Józef Michalik, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz Polens, nannte das Versöhnungsdokument ein «Werk der Seelsorge, nicht der Politik». «Dieses Dokument kann vielleicht nicht sofort unsere Beziehungen umgestalten, aber eine gesunde neue Diskussion auslösen», sagte er.

(sda/hesa;schj)