Schweiz
Energiesparlampen gefährden die Gesundheit
Ab 1. September gibt es keine klassischen Glühlampen mehr zu kaufen. Politiker fordern nun aber auch ein Verbot der Sparlampe. Denn Energiesparlampen können krank machen und die Umwelt massiv verschmutzen.
In jeder Energiesparlampe steckt Quecksilber, in der Regel um die drei Milligramm. Weil die Lampe giftig ist, sollte sie unbedingt als Sonderabfall entsorgt werden. Doch jede dritte Energiesparlampe landet in der Schweiz im Hausmüll.
Dies bestätigt Markus Eichberger, Geschäftsführer der Sonderabfallverwertungs AG, in der Sendung «Rundschau». Geraten die Lampen in den Hauskehricht, richten sie erheblichen Schaden an. Wenn sie zerbrechen, kann eine einzige Sparlampe rund dreitausend Liter Wasser verunreinigen.
BAG mahnt zur Vorsicht
Das Bundesamt für Gesundheit warnt deshalb mit Plakaten vor zerbrochenen Energiesparlampen. Es sei wichtig, das Zimmer sofort gut zu lüften, die Scherben sorgfältig einzusammeln und als Sondermüll zu entsorgen. Generell habe aber die Gesundheitsbehörde keine Bedenken, dass Sparlampen die Gesundheit gefährden.
Dies sehen einige Politiker anders. Yvonne Gilli, Nationalrätin der Grünen, fordert, die krankmachenden Leuchten spätestens in fünf Jahren zu verbieten. «Es gibt gute Alternativen, beispielsweise Halogen- oder LED-Lampen, die keine Krankheiten auslösen», sagt Gilli. Als Ärztin kennt Gilli genügend Fälle von Patienten, die wegen Sparlampen erkrankt sind. Es kommt zu Schlafproblemen durch die Interferenzen der Lampen bis hin zu Nervenstörungen durch Quecksilber.
Glühbirnen-Verkauf bald verboten
Im Einklang mit der EU verbietet die Schweiz ab kommendem Monat den Verkauf von Glühbirnen. Grund: Sie fressen zu viel Energie. Abgelöst werden sollen sie durch Energiesparlampen. Besonders beliebt sind diese nicht. Sie geben kein schönes Licht, und die meisten brauchen lange, bis sie richtig hell werden. Doch jetzt warnen Wissenschaftler vor viel gravierenderen Nachteilen der neuen Lampe. Sie kann Nervenzellen zerstören und das Gehirn angreifen.
Der Widerstand gegen die neue Licht-Technik formiert sich in allen Parteien. SVP-Nationalrätin Yvette Estermann fordert ebenfalls ein Ende der Sparlampen. Persönlich leistet sie passiven Widerstand. Sie hat hunderte von Glühbirnen gekauft, bevor das Verbot kommenden Monat in Kraft tritt. «Die reichen für die zwei folgenden Generationen», sagt Estermann in der «Rundschau». Und sie fügt an: «Ich hoffe, dass mein Vorrat reicht, bis die herkömmliche Glühbirne wieder zugelassen wird.»
(sda/koua;gern)



