International
Australien plant Flüchtlingslager auf Inseln
Flüchtlinge sollen vor der gefährlichen Überfahrt nach Australien abgeschreckt werden. Die Regierung will Auffanglager in den Inselstaaten Papua-Neuguinea und Nauru wieder eröffnen.
Die australische Regierung macht eine Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik. Asylsuchende sollen im Ausland untergebracht werden. Eine entsprechende Gesetzesvorlage stimmten nach langer Debatte mit Ausnahme von zwei Parlamentariern alle Abgeordneten.
Es wird erwartet, dass das Gesetz am Donnerstag auch den Senat passiert. Laut Regierungschefin Julia Gillard könnten bereits am Freitag Vorausteams die Örtlichkeiten in Papua-Neuguinea und Nauru erkunden.
Abschreckung erhofft
Der australische Einwanderungsminister, Chris Bowen, drängte den Senat zu einer raschen Entscheidung. «Die australische Bevölkerung erwartet nichts als den Beschluss und die Menschenschmuggler fürchten nichts mehr», sagte Bowen vor dem Parlament.
Die Regierung erhofft sich von der Wiedereinführung der Lager aus der Zeit der konservativen Regierung John Howards, Bootsflüchtlinge von der gefährlichen Überfahrt mit Menschenschmugglern abzuschrecken.
Gillard hatte sich lange Zeit geweigert, sich für eine Wiedereröffnung der Auffanglager in Nauru und auf einer Insel von Papua-Neuguinea stark zu machen. Sie folgte nun aber der Empfehlung eines Expertengremiums, das Canberra dazu aufgefordert hatte, Flüchtlinge durch die drohende Verlegung in weit vor der Küste liegende Lager stärker abzuschrecken.
Seit 2001 verunglückten vor der Küste Australiens fast tausend Flüchtlinge und Besatzungsmitglieder der Boote tödlich.
(sda/hurg;weis)







