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Wirtschaft

Britische Bank zahlt 340 Millionen wegen Iran-Geschäften

Dienstag, 14. August 2012, 22:38 Uhr

Die britische Grossbank Standard Chartered hat die Vorwürfe der Geldwäsche für iranische Kunden mit dem Scheckbuch aus der Welt geschafft. Das Institut zahlt im Rahmen eines Vergleichs mit der New Yorker Finanzaufsicht 340 Millionen Dollar (331 Mio. Franken).

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Das teilte die Behörde des US-Bundesstaats mit. Im Rahmen des Vergleichs akzeptierte die Bank auch einen Aufseher für mindestens zwei Jahre, der die internen Kontrollen überwachen soll.

Die Finanzaufsicht hatte vor einer Woche den Vorwurf erhoben, dass Standard Chartered über Jahre hinweg Transaktionen im Umfang von mindestens 250 Milliarden Dollar für iranische Banken abgewickelt habe. Dies sei wegen der geltenden Sanktionen gegen das Land illegal gewesen. Standard Chartered habe die Geschäfte deshalb bewusst verschleiert. Die Bank habe «hunderte Millionen Dollar» an Gebühren eingestrichen, hiess es damals.

Bank bestreitet Geschäfte

Die Bank hatte die Vorwürfe nach Bekanntwerden vehement bestritten. Der Börsenkurs war jedoch binnen eines Nachmittags um 20 Prozent eingebrochen – denn schlimmstenfalls hätte der Verlust der Lizenz in New York gedroht. Das hatte für Druck gesorgt, den Fall schnell aus der Welt zu schaffen. An diesem Mittwoch hätte Bankchef Peter Sands vor einem Ausschuss in New York aussagen sollen. Der Termin wurde abgeblasen.

Die Bank selbst äusserte sich zunächst nicht. Das Haus galt bislang als Vorzeige-Institut unter den fünf britischen Grossbanken. In den vergangenen acht Jahren fuhr Standard Chartered trotz Finanzkrise einen Rekord nach dem anderen ein. Die in Kontinentaleuropa kaum bekannte Bank macht einen Grossteil ihres Geschäfts in Asien, dem Nahen Osten und Afrika.

Weitere Vorwürfe aus den USA möglich

Unklar ist allerdings, ob Standard Chartered das Kapitel Geldwäsche endgültig schliessen kann. Andere US-Behörden schauen sich die Sache ebenfalls an. Der Alleingang der New Yorker Finanzaufsicht hatte nach US-Medienberichten für Unmut unter den Regulierern gesorgt. Auch andere britische Banken stehen derzeit in der Schusslinie wie Barclays im Fall manipulierter Zinssätze wie dem Libor.

(dpa/vaid;maiuw)