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Schweiz

BLS muss sparen – Personalabbau möglich

Dienstag, 14. August 2012, 9:32 Uhr

Das Bahnunternehmen BLS muss sparen. Bis 2013 sollen die Kosten um 50 Millionen Franken sinken. Auch ein Personalabbau ist nicht ausgeschlossen.

Der neue Kostenschnitt wird nötig, weil die Bahn ihre Pensionskasse sanieren und wegen der steigenden Nachfrage Investitionen für neues Rollmaterial tätigen muss. Das ganze Sparpaket beläuft sich auf rund sechs Prozent des Jahresumsatzes.

Angst vor Jobabbau bei der BLS («Schweiz aktuell», 14.08.2012)

Das Sparprogramm ergänzt den im Juli angekündigten Kostenschnitt von 12 Millionen zur Erfüllung des Budgets 2012.

Personal: Antworten erst 2013

Wie die BLS weiter mitteilte, sind die Einsparungen von 50 Millionen Franken etappiert. 2013 werden 10 Millionen und in den beiden folgenden Jahren je 20 Millionen Franken eingespart. Die dazu nötigen Massnahmen im Jahr 2013 werden derzeit erarbeitet und im vierten Quartal 2012 konkretisiert. Die Schritte für die beiden Folgejahre legt die BLS 2013 fest.

Aussagen über die Auswirkungen auf den Personalbestand seien erst 2013 möglich, schreibt die Bahn. Unabhängig davon würden alle Neubesetzungen bei frei werdenden Stellen überprüft.

Magere 200'000 Franken Gewinn

Ganz überraschend kommt das Sparpaket nicht, denn bereits im April kündigte BLS-Chef Bernard Guillelmon an: «Wir müssen effizienter werden». Das Berner Bahnunternehmen hatte im vergangenen Jahr zwar mehr Personen und Güter befördert, aber lediglich einen Konzerngewinn von 200'000 Franken erwirtschaftet.

«Das reicht hinten und vorne nicht aus», bekannte Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli damals. Das Bahnunternehmen stehe nämlich vor grossen Herausforderungen und müsse sich weiter entwickeln. Dazu wären Gewinne in der Höhe von 25 bis 30 Mio. Franken pro Jahr nötig.

Gewerkschaft alarmiert

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV sieht dem Sparprogramm der BLS nach eigenen Angaben vom Dienstag «mit grosser Sorge entgegen». Personaleinsparungen müssten zwingend auch zu einem Leistungsabbau führen.

Der Kanton als Eigentümer und Besteller sei entscheidend für die Situation der BLS verantwortlich. Die Mehrleistungen, insbesondere bei der S-Bahn Bern, müssten vom Kanton getragen werden. «Das Personal ist nicht der Ort, wo diese Mittel geholt werden können», schreibt der SEV in einer Mitteilung.

Das Personal habe bereits in den letzten Jahren Hand zu grossen Produktivitätssteigerungen geboten. Es wäre inakzeptabel, wenn es erneut die Last tragen müsste.

(sda/schl;blur)