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International

Islamische Staaten wollen Assad loswerden

Dienstag, 14. August 2012, 21:35 Uhr

Syrien gerät auch von Seiten der islamischen Länder immer mehr unter Druck. Beim Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Saudi-Arabien bahnt sich ein Ausschluss des Assad-Regimes an. Auf einen Kompromiss kann Assad nicht mehr hoffen, meint Nahost-Experte Ulrich Tilgner.

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Beim Treffen in Mekka kommen am Dienstagabend die Staats- und Regierungschefs von fast 60 islamischen Staaten zu dem Sondergipfel zusammen; das OIC-Mitglied Syrien war nicht eingeladen. Dafür ist der Iran dabei, vertreten durch Präsident Mahmud Ahmadinedschad; er wird sich erstmals seit langem wieder mit Saudi-Arabien an einen Tisch setzen.

Forderung nach Ende der Gewalt

Wie OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu vor dem Treffen vor Journalisten erklärte, hat die Mehrheit der Teilnehmer des Vorbereitungstreffens auf Ministerebene einem Resolutionsentwurf zugestimmt, der den Ausschluss Syriens verlangt. Der Entwurf solle in Mekka am Gipfeltreffen vorgelegt werden.

«Syrien ist in einen dunklen Tunnel eingetreten», sagte Ihsanoglu. Die anhaltende brutale Gewalt in Syrien sei die Folge davon, dass Staatschef Baschar al-Assad die Forderungen seines Volkes ignoriert habe. Die «Politik der verbrannten Erde» sei noch nie ein Garant der Stabilität gewesen, sagte er.

Die OIC hat eine Abschlusserklärung verfasst, in der die Führung von Staatschef Baschar al-Assad aufgefordert wird, die Gewalt in Syrien umgehend zu beenden. Gleichzeitig betont der Entwurf die Wahrung der «Einheit Syriens, seiner Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität».

Iran gegen Ausschluss Syriens

Der Iran, engster Verbündeter der Führung in Damaskus und Teilnehmer des Sondergipfels, sprach sich strikt gegen einen Ausschluss Syriens aus der OIC aus. Eine Aussetzung der Mitgliedschaft löse keine Probleme, sagte der iranische Aussenminister Ali Akbar Salehi in Dschiddah.

Nahost-Experte Ulrich Tilgner zur Lage in Syrien und zum OIC-Treffen in Mekka (Tagesschau, 14.08.12)

Für Nahost-Experte Ulrich Tilgner ist das jedoch nicht von Belang. Denn das OIC-Treffen werde von Saudi-Arabien dominiert, welches die Aufständischen in Syrien unterstützt.

Ohnehin sei der Iran dabei, sich vom syrischen Regime zurückzuziehen, da der Sturz Assads bevorstehe. Dies bedeute, dass der Iran versuche, mit den künftigen neuen Herren in Damaskus klar zu kommen, sagte Tilgner in der «Tagesschau».

In Aleppo entscheidet sich das Schicksal Assads

Nach Aussagen von Syriens Ex-Regierungschef Riad Hidschab, der Anfang August nach Jordanien floh und zur Opposition überlief, hat Assad nur noch 30 Prozent des Landes unter Kontrolle.

In der «Tagesschau» relativierte Tilgner die Zahl mit Hinweis auf die grossen Wüstengebiete in Syrien. Entscheidend sei vielmehr der derzeitige Kampf um Aleppo, so Tilgner. Assads Truppen kämen dort trotz Flugzeugen und Panzern nicht voran. «Das deutet darauf hin, dass Aleppo über kurz oder lang nicht mehr unter der Kontrolle der Regierung steht, und dann hat Assad endgültig abgewirtschaftet».

(sda/afp/vaid/gern)