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Ex-Premier: Assad-Regime vor Kollaps
Die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad ist angeschlagen. Nur noch 30 Prozent des Landes sind in Assads Hand. Das behauptet der zur Opposition übergetretene Ex-Regierungschef Riad Hidschab.
«Das Regime bricht zusammen, moralisch, materiell und wirtschaftlich», sagte Hidschab bei einer Pressekonferenz in Jordaniens Hauptstadt Amman.
Der Ex-Regierungschef sagte jedoch nicht, woher seine Informationen über die von Rebellen kontrollierten Gebiete stammen. Unabhängige Informationen darüber gibt es so gut wie nicht. Sicher ist jedoch, dass Assads Truppen vor allem an der nördlichen und östlichen Landesgrenze Gebiete verloren haben.
Militär-Angehörige sollen desertieren
Hidschab war Anfang August gemeinsam mit seiner Familie, zwei Ministern und drei Offizieren nach Jordanien geflohen. Die Kriegsverbrechen und der Völkermord in seiner Heimat hätten ihn dazu bewogen. Und er hatte die Hoffnung verloren, dass das «brutale und korrupte» Regime sich ändern werde.
Der Politiker gehörte zwar nicht dem inneren Machtzirkel Assads an, sein Überlaufen aber bedeutete einen enormen symbolischen Rückschlag für Assad.
Türkisches Militärmanöver
Die Türkei hat schwerbewaffnete Truppen zu einem Militärmanöver an die Grenze zu Syrien geschickt. Einheiten seien mit Panzern, Truppentransportern und Raketenwerfern vorgerückt, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Damit sollte die Kampffähigkeit der Truppen getestet werden.
Die Türkei hat bereits mehrere solche Manöver abgehalten. Regierungsvertreter haben gewarnt, dass die türkische Armee bei Angriffen aus Syrien oder einem Massenansturm von Flüchtlingen über die Grenze hinweg eingesetzt werden könnte.
Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Flucht rief Hidschab die Aufständischen auf, ihren Kampf fortzusetzen, denn: «Die Revolution ist ein Modell für die Mühen und Opfer zum Erreichen von Freiheit und Würde geworden.» Die Angehörigen des Militärs sollen desertieren und sich der Opposition anschliessen. Auch die Gewalt gegen Zivilisten müsse aufhören.
(agenturen/mery; muei)



