Schweiz
Fisch-Sterben im Doubs: Kritisierte Kraftwerke handeln
Die drei Kraftwerke am französisch-schweizerischen Grenzabschnitt des Doubs dürfen ihre Turbinen nicht mehr nach Gutdünken ein- und ausschalten. Sie haben sich zu einem Massnahmenkatalog verpflichtet, damit der Lebensraum der Fische besser geschützt ist.
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Dem Doubs, einst Natur-Perle im Jura, geht es immer schlechter. Nebst Verschmutzungen, insbesondere aus der Landwirtschaft, stehen vor allem die Kraftwerke im Fokus der Kritik: Produzieren sie Strom, rauschen plötzlich unnatürlich grosse Wassermassen durchs Bachbett. Stellen sie die Turbinen ab, legt das Flachwasserabschnitte trocken und Fische verdorren. Die Prozesse beschreiben den Schwall- und Sunk-Effekt. Zum Schutze der Fische gilt es diesen zu reduzieren.
Eine binationale Arbeitergruppe der Schweizer und französischen Behörden sowie der Standortkantone hat darum einen «ersten Massnahmenkatalog» publiziert. Die drei Kraftwerke Le Châtelot (Groupe E), Refrain (EDF) und La Goule (lokales Unternehmen) müssen ihren Betrieb besser koordinieren und dabei vor allen den Schwall bremsen.
Frankreich und Schweiz verklagt
Wegen des Zustands des Doubs haben Umweltorganisationen Frankreich und die Schweiz beim Europarat verklagt. Im Mai 2011 haben tausend Personen in Goumois (JU) an einer Kundgebung zur Rettung des Flusses teilgenommen. Im schwer gestörten Ökosystem steht die geschützte Fischart Roi du Doubs vor dem Aussterben.
Bis im Frühjahr soll ein mathematisches Modell vorliegen, mit dem die Auswirkungen des Kraftwerk-Abflusses auf den Lebensraum im Doubs abgeschätzt werden sollen.
Erste Anpassungen nach Protesten
Vorgesehen ist ferner ein neues gemeinsames Wasserreglement für die rund 75 Kilometer lange Grenzstrecke des Doubs. Aktuell ist rein Reglement von 1969 Basis des heutigen Betriebs.
Laut Bundesamt für Energie (BFE) haben die drei Betreiber auch «freiwillige Massnahmen» ergriffen. So Châtelot: Wegen steigender Ökostrom-Nachfrage hatte das Werk seine Produktion gesteigert und dabei die Pegelschwankungen markant verschärft. 2009 versprach die Betreiberin Anpassungen. Allerdings waren dem Versprechen Proteste vorausgegangen.
(sda/mery;koua)







