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«Vatileaks»: Ex-Kammerdiener des Papstes muss vor Gericht
Im Enthüllungsskandal im Vatikan wird Paolo Gabriele, der frühere Kammerdiener von Papst Benedikt XVI., vor Gericht gestellt. Ihm wird schwerer Diebstahl vorgeworfen.
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Zudem muss sich ein Informatiker des vatikanischen Staatssekretariats wegen Beihilfe vor Gericht verantworten. Dies erklärte der Ermittlungsrichter Piero Bonnet. Im Falle einer Verurteilung drohen Gabriele nach vatikanischem Recht sechs bis acht Jahre Haft.
Hintergrund des «Vatileaks»-Skandal: Aus dem Vatikan waren vertrauliche Dokumente an die Medien gelangt. So wurden etwa interne Informationen über ein angebliches Mordkomplott gegen den Papst und das Finanzgebaren der Vatikanbank IOR bekannt. Der Chef der Vatikanbank, Ettore Gotti Tedeschi, hat seinen Posten inzwischen räumen müssen.
Wiederholt hatte es Mutmassungen gegeben, es seien mehrere Personen in die Enthüllungsaffäre verwickelt. Bislang hatte der Vatikan immer betont, es werde allein gegen den Diener ermittelt.
«Vatileaks»-Affäre – eine Chronologie
Mitte Februar hat die linke italienische Zeitung «Il Fatto Quotidiano» erstmals aus vertraulichen Dokumenten aus dem Vatikan zitiert. Seither jagten sich Gerüchte und Anschuldigungen.
Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse finden Sie hier.
Gabriele war seit 2006 der persönliche Diener Papst Benedikts und zählte zum engsten Kreis des päpstlichen Haushalts. In der Öffentlichkeit war er oft an der Seite des Papstes zu sehen, etwa wenn er diesen zu seinen Generalaudienzen begleitete oder versuchte.
(sda/mery;engf)



