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International

Rebellen melden Abschuss von Kampfjet

Montag, 13. August 2012, 16:59 Uhr, Aktualisiert 19:34 Uhr

Die syrischen Rebellen haben nach eigenen Angaben ein Flugzeug der Regierung abgeschossen. Das staatliche Fernsehen spricht hingegen von technischen Problemen als Absturz-Ursache. Indes wütet die syrische Armee in mehreren Vierteln von Damaskus.

Für die leicht bewaffneten Aufständischen wäre der Abschuss eines Jets der syrischen Armee ein seltener Triumph. Zum Beweis für ihre Version luden die Rebellen auf dem Internetkanal YouTube Videos hoch, die den Vorfall in der Provinz Deir al-Sor im Osten des Landes zeigen sollen. Die Echtheit des Films liess sich jedoch nicht überprüfen.

Der angebliche Abschuss eines syrischen Kampfjets. (Originalton, unkommentiert)

Das staatliche Fernsehen berichtete, das Flugzeug sei wegen technischer Probleme während eines normalen Übungsflugs abgestürzt. Ein Bergungsteam sei unterwegs. Der Pilot soll sich mit dem Schleudersitz gerettet haben. Die Rebellen behaupteten stattdessen, den Piloten gefangen genommen zu haben.

Armee beschiesst mehrere Viertel in Damaskus

Währenddessen hat die syrische Armee mehrere Viertel im Süden der Hauptstadt Damaskus beschossen und ist erstmals auch in der Altstadt mit Razzien gegen die Opposition vorgegangen.

Im Morgengrauen seien die Viertel Assali, Nahr Aische und Kadam sowie die südlichen Vororte Irbin, Artus und al-Tal beschossen worden, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In der Altstadt seien zahlreiche Menschen festgenommen worden, während anhaltende Schüsse zu hören gewesen seien.

Angesichts der heftigen Gefechte um Aleppo haben die Rebellen erneut die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. Die sei wesentlich für die Fortführung ihres Kampfes, sagte der Rebellenkommandeur Abu Alaa.

Syrischer Diplomat in Genf setzt sich ab

Trotz der Machtdemonstration laufen dem Regime immer mehr Politiker oder ranghohe Persönlichkeiten davon. Zuletzt Danny al-Baaj, syrischer Diplomat in Genf. Er habe seinen Rücktritt am vergangenen Freitag auf einer syrischen Website bekanntgemacht und seinen Entscheid dem syrischen Geschäftsträger in Genf mündlich mitgeteilt. Dies sagte Al-Baaj auf Anfrage und bestätigte eine Information der Westschweizer Zeitung «Le Temps».

Er habe schon vor einiger Zeit beschlossen, die Seite zu wechseln, erklärte er. Er sei seit einer gewissen Zeit in Kontakt mit einer syrischen Oppositionsgruppe. Die Situation in seinem Land sei immer schlimmer geworden. «Ich habe gespürt, dass ich meinem Land nicht mehr auf der Regierungsseite dienen kann», sagte Al-Baaj weiter.

Al-Baaj will sich in den kommenden Wochen entscheiden, wo er sich niederlassen werde. Jedenfalls werde er nicht in der Schweiz um Asyl ersuchen. Al-Baaj ist einer der ersten syrischen Diplomaten in Europa, der die Seite wechselt.

(sda/mihm/mery; kunb)