International
PKK-Rebellen geben Entführung eines Politikers bekannt
Kurdische Rebellen haben sich zur Entführung eines türkischen Abgeordneten bekannt. Anführer forderten das türkische Militär auf, die gross angelegte Suche nach Hüseyin Aygün einzustellen. Ansonsten sei sein Leben in Gefahr.
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Der 41jährige Aygün war nur wenige Stunden nach dem Ende einer wochenlangen Grossoffensive des türkischen Militärs gegen Stützpunkte der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verschleppt worden. Es war das erste Mal, dass kurdische Rebellen einen türkischen Abgeordneten gekidnappt haben, meldete die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat.
Mit den Entführern verhandelt
Zum ersten Mal sei ein Abgeordneter von der Terrororganisation entführt worden. Das zeige, «welches Niveau der Terrorismus erreicht hat», sagte der Sprecher. Das türkische Militär verfolgte die Entführer.
Ein mitreisender Journalist sowie ein Berater Aygüns seien wieder freigelassen worden, so der CHP-Sprecher weiter. Aygüns Berater Deniz Tunc sagte nach seiner Freilassung dem Fernsehsender NTV, sein Chef habe eine halbe Stunde lang mit den Entführern auf Kurdisch verhandelt, ihn und den mitgereisten Journalisten laufen zu lassen. Demnach hätten die Rebellen gesagt, Aygün werde eine Weile ihr Gast sein.
Der Politiker hat sich mit Menschenrechtsfragen und den Rechten von Minderheiten in der Türkei befasst. Türkische Kommentatoren bewerteten die Verschleppung als einen Versuch der PKK, Stärke zu demonstrieren und Parlamentsabgeordnete aus den Reihen der kurdischen Volksgruppe einzuschüchtern.
Jahrestag des ersten Kurden-Angriffs
In den vergangenen Tagen hatten die Spannungen zwischen Kurden und den türkischen Behörden zugenommen. Anfang vergangener Woche hatte die türkische Armee nach eigenen Angaben 115 Rebellenkämpfer im Südosten des Landes getötet.
Der Fernsehsender NTV zitierte den Gouverneur von Tunceli, Mustafa Taskesen, mit den Worten, dass Aygün auf Befehl der kurdischen Rebellenführung entführt worden sei, die vom Norden des Iraks aus operiert.
Am kommenden Mittwoch ist der 28. Jahrestag des ersten bewaffneten Angriffs kurdischer Rebellen. Die PKK kämpft seither für Autonomie im mehrheitlich von Kurden bewohnten Südosten des Landes. Die Rebellen verfügen über Stützpunkte im Norden des Iraks, von wo aus sie Aktionen in der Türkei organisieren.
Die Türkei befürchtet, dass die Aufständischen den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien nutzen könnten, um auch dort Stützpunkte einzurichten. Die EU und die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. Rund 20 Prozent der etwa 75 Millionen Einwohner der Türkei sind Kurden.
(dpa/muei; fref)







