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International

Beben im Iran: Hunderte Tote, über 3000 Verletzte

Montag, 13. August 2012, 9:38 Uhr

Mehr als 300 Tote, über 3000 Verletzte: Das ist die vorläufige Bilanz mehrerer schwerer Erdbeben im Nordwesten Irans. Doch das sind nur die offiziellen Zahlen. Viele Opfer wurden möglicherweise gleich vor Ort beigesetzt.

Bild Menschen suchen in Trümmern nach Toten und Verletzten.
Der Iran wird immer wieder von heftigen Beben heimgesucht. keystone

Im Katastrophengebiet bildeten die Verletzten lange Schlangen vor den Spitälern. Helfer kritisierten die ungenügende medizinische Versorgung der Region. «Viele Menschen hätten vielleicht gerettet werden können, wenn es hier zumindest kleine Kliniken gegeben hätte», sagte ein Helfer des Roten Halbmonds.

In einem Hospital in Vazarghan mussten sich einem Agenturbericht zufolge zwei Ärzte um 500 Patienten kümmern. Viele Verletzte wurden von Verwandten gebracht, weil es augenscheinlich an Ambulanzen fehlte.

Da Ärzte und Spitäler fehlten, hat der Rote Halbmond im Krisengebiet mobile Kliniken aufgebaut. «Viele hat das gerettet, für viele kam es aber zu spät - und das ist sehr traurig», so der Helfer des Roten Halbmonds.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach den Menschen im Erdbebengebiet in einer auf seiner Internetseite veröffentlichten Erklärung sein Beileid aus. Er forderte die Behörden auf, alles zu tun, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen.

Immer wieder schwere Beben

Die Türkei, Taiwan, Singapur und Deutschland zählten zu den Staaten, die Hilfe anboten. Die Regierung in Teheran erklärte jedoch, sie komme selbst mit der Notlage zurecht.

Auch die USA boten Unterstützung an. «Wir stehen bereit, in dieser schwierigen Zeit Hilfe zu leisten», hiess es in einer schriftlichen Erklärung des Weissen Hauses.

Der Iran wird häufig von schweren Erdbeben heimgesucht. Jedoch sind nicht alle so zerstörerisch wie die Beben in Ahar und Vazarghan. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen im Südosten des Landes um die Stadt Bam 31'000 Menschen ums Leben.

Bild Karte Iran mit Erdbebengebiet.
Besonders betroffen sind die Städte Ahar, Varzeghan und Heris. sf

(agenturen/schl;koua)