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International

Olympia: Kein Wirtschaftsaufschwung für London

Sonntag, 12. August 2012, 14:20 Uhr

In gut gefüllten Stadien jubeln Zuschauer über jede britische Medaille bei den Olympischen Spielen. Obwohl die britischen Fans viel Grund zur Freude haben, bleibt der erhoffte Wirtschaftsaufschwung aus. Dafür trägt die Olympia in politischer Hinsicht Früchte.

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«Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Olympischen Spiele nicht mehr Besucher nach London und Grossbritannien gebracht haben», sagt die Leiterin des Tourismusverbandes UK-Inbound, Mary Rance. Es könnte sogar sein, dass die Besucherzahlen um rund ein Drittel zurückgehen.

Immerhin hätten die Hotels ihre Preise senken müssen und zahlreiche Läden, Restaurants und Theater einen deutlichen Einbruch verzeichnet, sagt Rance. Ein Teil der Touristen, die normalerweise nach London kommen, meidet die britische Hauptstadt dieses Jahr wegen Olympia offenbar. Sie fürchten wohl volle U-Bahnen und saftige Preise und weichen auf andere Ziele aus.

Auch der Verkauf von Maskottchen, Fahnen und Bier brachte nicht den erwarteten Kick für den Handel. Der britische Detailhandelsverband BRC meldete im Juli ein Verkaufsplus von 0,1 Prozent. Die ersten Wettkampftage am Monatsende glichen also nicht die mangelnde Kauflaune der Briten aus, die durch Rezession und Sparprogramm der Regierung weniger Geld ausgeben.

Das grösste Plus für die Wirtschaft waren bereits vor Beginn der Spiele die Ausgaben für neue Stadien und Zugstrecken. 9,3 Milliarden Pfund (14,2 Mrd. Franken) stellte die Regierung für das Grossereignis bereit.

Politischer Erfolg für Londons Bürgermeister

Dafür kann Boris Johnson als Olympia-Gastgeber einen politischen Erfolg verbuchen: Einer am Samstag veröffentlichten landesweiten Erhebung zufolge wünschen sich 71 Prozent der Briten den konservativen Politiker als Premierminister.

Bild Boris Johnson hängt in einer Seilrutsche, fahnenschwenkend.
«Wer wählt schon einen Narren, der in einer Seilrutsche hängenbleibt?», spielte Johnson auf einen Zwischenfall in der vergangenen Woche an. Dabei hing er mehrere Minuten in einer Rutsche fest und schwenkte unverdrossen den Union Jack. keystone

Der 48-jährige winkt dabei jedoch ab: Eher werde er von einer Frisbeescheibe enthauptet, als dass er Nachfolger von Premierminister David Cameron werde. Inzwischen werden Wetten angeboten, dass Johnson in vier Jahren wiedergewählt und vor dem Jahr 2030 Regierungschef sein wird.

(sda/mihm; frua)