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950'000 Tanzbegeisterte und kaum Zwischenfälle an der Streetparade

Samstag, 11. August 2012, 12:06 Uhr, Aktualisiert 12.08.2012, 11:57 Uhr

Unter dem Motto «Follow your heart!» hat in Zürich die 21. Street Parade stattgefunden. Rund 950'000 Personen sind dem Ruf ihres Herzens gefolgt und haben bei schönstem Sommerwetter an der grössten Freiluft-Party der Schweiz teilgenommen. Dies sind 50'000 mehr als letztes Jahr.

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Perfektes Wetter und gute Stimmung an der Street Parade (Tagesschau, 19.30 Uhr, 11.08.2012)

Der Umzug rund ums Seebecken verlief in friedlich-fröhlicher Stimmung. Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden. Die Parade sei ihren hohen Qualitätsansprüchen gerecht geworden, teilten sie mit.

Erstes Lovemobile aus China

Die Polizei verzeichnete bis zum späten Abend keine besonderen Vorkommnisse. An den sieben Sanitätsposten gab es wegen der höheren Besucherzahl mehr zu tun als im Vorjahr. Gravierendes geschah jedoch nicht.

Ab 13 Uhr zogen Elektro-Gewitter durch die warme Zürcher Luft. Von den sieben Bühnen entlang der Umzugsroute erschallte Techno-, Trance-, House- oder andere elektronische Musik und heizte den Tanzwilligen ein. DJs und Musiker aus dem In- und Ausland standen gratis im Einsatz.

Eine Stunde später startete dann das erste der 28 Love Mobiles vom Utoquai dem Seebecken entlang zum Mythenquai. Unter den rollenden Musik- und Tanzbühnen befand sich erstmals ein Wagen aus China. Eine riesige Glückskatze winkte unermüdlich in die gut gelaunte Menge.

20 Jahre Street Parade

Am 5. September 1992 dröhnten die Bässe der Elektromusik erstmals durch die Zürcher Gassen. Nur etwa 1000 Fans feierten die Geburtsstunde der Street Parade. Seither haben sich die Besucherströme vervielfacht: 1'000'000 und somit 3 Nullen mehr waren es 2001. Hier mehr.

In der Menschenmenge entlang der zwei Kilometer langen Umzugsroute liess sich, was die Bekleidung betrifft, kein eindeutiger Trend feststellen. Sehr viele trugen Alltagskleidung. Andere zwängten sich in neonfarbene Ganzkörperanzüge oder in Ministrings. Beim Schuhwerk dominierten bequeme Sneakers, aber auch High-heels und Stiefel mit Plateau-Sohlen waren auszumachen.

Nach dem Ende der Parade feierten viele noch in zahlreichen Clubs die ganze Nacht weiter. Denn nach der Parade ist vor der Party.

63 Personen festgenommen

Aus Sicht der Zürcher Stadtpolizei ist das Fest friedlich verlaufen, wie sie am Sonntag bilanzierte. Insgesamt wurden 63 Personen festgenommen. Am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag wurde die Stadtpolizei Zürich zu einzelnen Schlägereien und Streitereien gerufen. Die Ursache für die Auseinandersetzungen dürfte häufig im übermässigen Alkohol- oder Drogenkonsum zu suchen sein. In der Regel handelte es sich um kleinere Zwischenfälle.

Bis gegen 21 Uhr hatte die Stadtpolizei Zürich neun Personen wegen übermässigen Alkohol- und/oder Drogenkonsums in Gewahrsam genommen, wie sie mitteilte. Einige Personen wurden wegen illegalen Handels verzeigt.

Wenige gravierende Verletzungen

Verschiedene Polizeipatrouillen nahmen entlang der Umzugsroute 20 Personen fest – dies wegen Betäubungsmitteldelikten, Taschendiebstählen, Falschgeld und Verstössen gegen das Waffengesetz. Weiter wurden Amphetamin, Marihuana, LSD und Ecstasy sichergestellt.

Schutz & Rettung Zürich behandelte an den sieben Sanitätsposten entlang der Umzugsroute insgesamt 910 Patienten medizinisch versorgt, davon 404 wegen Schnittverletzungen an den Füssen wegen unpassenden Schuhwerks. Dies entspricht einer Zunahme von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ausser um Schnittverletzungen kümmerten sich die Sanitäter um Knochenbrüche, Prellungen, Kreislaufprobleme oder starke Kopfschmerzen. In vier Fällen waren die Verletzungen der Patienten gravierender. Eine schwere Oberschenkelverletzung entstand beim Überqueren eines Zaunes, ein Sturz von einer Mauer führte zu einer Kopfverletzung, und mehrere Verletzungen gab es bei einer Rauferei. Ein knapp 40jähriger Mann musste vom Rettungsdienst reanimiert und ins Spital überführt werden, wo sich sein Zustand besserte.

Weniger alkoholisierte Jugendliche betreut

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Behandlungen infolge übermässigem Alkohol- und/oder Drogenkonsums zwar angestiegen, im Verhältnis zu den Gesamtbehandlungen jedoch rückläufig, wie Schutz & Rettung am Sonntag bilanzierte.

Die Zahl dieser Behandlungen beläuft sich insgesamt auf 319 (Vorjahr 267). Davon waren 19 Jugendliche (13 männlich, 6 weiblich) unter 16 Jahren betroffen, vor zwei Jahren waren es noch 34 Jugendliche.

(sda/maiu/godc;frua/gern)