US-Wahlkampf 2012
Romney ernennt Jungstar Paul Ryan zu seinem Vize
Nun ist es offiziell: Mitt Romney will den Kongressabgeordneten Paul Ryan als seinen «Running mate». Ryan wurde offiziell als Vizepräsidentschaftskandidat ernannt. Der 42jährige soll vor allem bei konservativen Wählern Stimmen holen. Doch bei Ryans Präsentation unterlief Romney schon wieder ein Patzer.
Der republikanische Bewerber um das US-Präsidentenamt, Mitt Romney, hat den Kongressabgeordneten Paul Ryan zu seinem Vize-Kandidaten gemacht. Romneys Wahlkampfteam bestätigte kurz vorher durchgesickerte Gerüchte per E-Mail. «Romney-Ryan ist das republikanische Gespann», hiess es darin.
Romney selbst hat Ryan im US-Bundesstaat Virginia der Öffentlichkeit vorgestellt. An Bord des US-Kriegsschiffes «USS Wisconsin» stellte er seinen «Running mate» vor – mit einem peinlichen Versprecher: Er kündigte Ryan anstatt als nächsten US-Vizepräsidenten als nächsten Präsidenten vor. Später kam er zurück ans Mikrofon und korrigierte sich. Dies war nicht Romneys erster Patzer im Wahlkampf.
Obama schiesst bereits auf Ryan
Sowohl auf professioneller als auch auf privater Ebene scheint die Atmosphäre zu stimmen. Bei bisherigen gemeinsamen Wahlkampfauftritten vermittelten Romney und Ryan ein harmonisches Bild. Der 42 Jahre alte Ryan, der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im US-Repräsentantenhaus, gilt als Nachwuchstalent und könnte vor allem bei den konservativen Wählern Boden gutmachen.
Der breiteren Öffentlichkeit war er jüngst mit Vorschlägen für Kürzungen in staatlichen Gesundheitsprogrammen für arme und ältere Menschen bekannt geworden. Eine Nominierung Ryans ist eine klare Kampfansage an den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama.
Wahlkampftour mit designiertem Vize
Ein Wahlkampf mit Ryan als Vizekandidat der Republikaner könnte zu einer Grundsatzdebatte über die Zukunft der US-Haushaltspolitik führen. US-Präsident Obama nahm bereits den Ball auf. Er kritisierte den frisch gekürten Vizepräsidentschaftskandidaten wegen seiner Vorstellungen zur Steuer- und Sozialpolitik. Er wolle die Steuern für Reiche senken und gleichzeitig der Mittelschicht und den Rentnern neue Lasten aufbürden, hiess es in einer Mitteilung von Obamas Wahlkampfteam.
Die Entscheidung über den republikanischen Vizekandidaten war von den Wählern in den USA mit Spannung erwartet worden. Eine Nominierung zu diesem Zeitpunkt ermöglicht es Romney, seinen Vizekandidaten mit auf eine wichtige Wahlkampftour in die Bundesstaaten Virginia, North Carolina, Florida und Ohio mitzunehmen. In diesen Bundesstaaten hatte Obama bei den Wahlen 2008 gewonnen. Sie dürften bei der Präsidentenwahl am 6. November besonders umkämpft sein.
Republikaner treten erstmals ohne Protestanten an
Seit Jahrhunderten dominieren Christen evangelischer Konfession die US-Politik. Zum ersten Mal tritt jetzt eine der grossen Parteien mit Bewerbern ins Rennen um die Ämter von Präsident und Vize-Präsident, die beide keine Protestanten sind.
Paul Ryan, der neue Kandidat der Republikaner für das Amt des Vizepräsidenten ist Katholik. Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ist Mormone und gehört damit einer Glaubensrichtung an, die sich selber als christlich versteht, aber nicht durchgehend so akzeptiert ist.
(agenturen/maiu; frua)



