Schweiz
ETH Lausanne entwickelt digitalen Spürhund
Mit einer neuen Formel können Lausanner Forscher die Quelle von Gerüchten, aber auch von Straftaten oder Epidemien in einem Netzwerk aufspüren. Die Entdeckung hört sich vielversprechend an.
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Die Formel kann in verschiedensten Netzwerken nach der ursprünglichen Quelle fahnden. «Dabei müssen wir nur bei einer begrenzten Zahl von Mitgliedern des Netzwerks ‹lauschen›», sagt Pedro Pinto vom Labor für audiovisuelle Kommunikation der ETH Lausanne.
Verdächtige der Anschläge von 9/11 ermittelt
Für einen Test des Systems simulierte Pintos´ Team die Telefongespräche im Vorfeld der Anschläge vom
11. September 2001. «Allein mit den Informationen aus der Presse konnte unser System das Terroristennetzwerk rekonstruieren und drei Verdächtige liefern, wovon sich einer als Kopf der Operation herausstellte».
Auf die gleiche Weise kann auch die Quelle einer Epidemie, von Spam-Nachrichten oder eines Gerüchts aufgespürt werden. So lässt sich zum Beispiel die Person bestimmen, die auf dem sozialen Netzwerk Facebook ein Gerücht gestartet hat, das an 500 Freunde und deren Freunde gesendet wurde. Pinto erklärt, es genüge, die Nachrichten von 15 bis 20 Kontakten und den Zeitfaktor zu berücksichtigen, um den Weg der Information zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen.
Methode auch präventiv einsetzbar
Im Nachhinein hat die Methode ihr Können also bereits gezeigt. Laut Pinto kann sie auch präventiv eingesetzt werden, etwa um Krankheitsausbrüche schneller zu entdecken. Ausserdem könnten Werber ihre Botschaften beim «virales Marketing», das wie Mundpropaganda über soziale Netzwerke funktioniert, besser steuern.
(sda/kurc;buev)






