International
Erneut massive Ausschreitungen in Tunesien
Die tunesische Polizei ist in der Nacht erneut gewaltsam gegen Demonstranten in Sidi Bouzid vorgegangen. Etwa 800 Menschen gingen auf die Strasse.
Sie protestierten nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP gegen die von der islamistischen Partei Ennahda geführte Regierung. Einige von ihnen warfen Steine auf Polizisten, die ihrerseits Gummigeschosse und Tränengas einsetzten.
Sidi Bouzid war Ausgangspunkt der tunesischen Revolte vom Winter 2010/2011, die den arabischen Frühling einläutete.
Die Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten dauert an, Angaben zu möglichen Verletzten gibt es vorerst nicht. Bereits am Donnerstagmorgen hatte die Polizei in Sidi Bouzid Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt, um eine Demonstration gegen die Regierung aufzulösen. Dabei wurden fünf Menschen verletzt.
In Sidi Bouzid hatte sich im Dezember 2010 ein Strassenhändler aus Protest gegen soziale Missstände vor der Präfektur selbst verbrannt. Die dadurch ausgelösten Proteste breiteten sich rasch im ganzen Land aus und brachten schliesslich Präsident Zine al-Abidine Ben Ali zu Fall.
(sda/horm; muei)



