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Wirtschaft

Libor-Affäre: Deal zwischen USA und Ex-UBS-Bankern?

Donnerstag, 9. August 2012, 4:19 Uhr

Die amerikanische Staatsanwaltschaft hat in der Libor-Affäre einem Medienbericht zufolge einen Deal mit Ex-Angestellten der UBS geschlossen. Kooperieren sie bei den Ermittlungen zu Manipulationen des Interbankenzinses, sollen sie von Strafverfolgung verschont bleiben.

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Die betreffenden Ex-Mitarbeiter der Schweizer Grossbank hätten allerdings relativ tiefe Posten in der Bankhierarchie besetzt, schreibt das in New York beheimatete «Wall Street Journal» (WSJ) in einem am Mittwochabend veröffentlichten Bericht.

Trader und Führungskräfte entlassen

Nur wenige der Bankmitarbeiter, die in die mutmasslichen Zinsmanipulationen involviert gewesen sein sollen, würden derzeit noch für die UBS arbeiten, zitiert das WSJ eine «den Ermittlungen nahestehende Quelle». Im Rahmen der internen Ermittlung der UBS seien bereits rund 20 Trader und Führungskräfte entlassen worden.

Ermotti zur UBS-Rolle beim Libor-Skandal

Ende Juli hatte die UBS selbst mitgeteilt, sie sei bei ihrer internen Untersuchung auf keine Elemente gestossen, die eine Verwicklung der Bank in den Zinsskandal beweisen würden. Gleichzeitig hatte die UBS nochmals betont, sie werde in dieser Angelegenheit weiterhin mit den Behörden kooperieren.

Reto Lipp zu «Liborgate»

Wirtschaftsredaktor Reto Lipp hat in seinem Wirtschaftsblog zu «Liborgate» Stellung bezogen: «Selbstregulierung bei Banken hat ausgedient».

Einer Schlüsselrolle verdächtigt

Gemäss einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Dokument wird die UBS von den Ermittlungsbehörden jedoch verdächtigt, neben den britischen Banken Barclays und Royal Bank of Scotland eine zentrale Rolle bei den zwischen 2005 und 2009 angefallenen Libor- und Euribor-Manipulationen gespielt zu haben.

Barclays stolpert über «Liborgate» (10vor10, 04.07.2012)

Barclays hat im Juni einem Vergleich zugestimmt, um ein Ende der Ermittlungen gegen die Bank durch die amerikanischen und britischen Behörden zu erwirken. Dafür bezahlt hat Barclays 290 Millionen britische Pfund oder umgerechnet rund 445 Millionen Franken.

Unter Berufung auf Analysten der US-Bank Morgan Stanley schreibt WSJ, der UBS könnte eine Strafe von rund 250 Millionen Franken bevorstehen. Das US-Justizministerium äusserte sich zunächst nicht zu dem Medienbericht.

(agenturen/halp;mery)