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Schweiz

SNB kauft nochmals Devisen für 41 Mrd.

Dienstag, 7. August 2012, 10:26 Uhr, Aktualisiert 13:51 Uhr

Um den Euro-Mindestkurs zu verteidigen, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) auch im Juli stark in den Devisenhandel intervenieren müssen. Sie hat für weitere 41,4 Mrd. Fr. ausländische Währungen erworben.

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Devisenkäufe Nationalbank Entwicklung Devisenkäufe durch die Schweizerische Nationalbank in Milliarden Franken Quelle: snb

Ein grosser Teil des Anstiegs sei auf Devisenkäufe zur Durchsetzung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken zurückzuführen, sagte ein Sprecher der SNB zur beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eingereichten monatlichen Datensammlung. Details wollte er aber nicht bekannt geben.

Die Devisenanlagen der SNB erreichten damit Ende Juli rund 406,5 Mrd. Franken. Ein Monat zuvor waren es 365,1 Mrd. Fr. gewesen. Davon waren 219,5 Mrd. Fr. in Euro angelegt.

Der Anstieg der Devisenreserven der SNB hat sich allerdings verlangsamt. Im Juni hatten die Reserven noch um rund 59 Mrd. Fr. zugenommen, im Mai um 66 Mrd. Franken.

Schweizer Franken etwas weniger gefragt

SF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind führt die zwar immer noch massiven, aber doch rückläufigen Devisenkäufe auf das steigende Interesse der Märkte am Dollar zurück. Druck genommen vom Schweizer Franken hätten auch die Äusserungen vom Chef der Europ. Zentralbank, Mario Draghi, den Euro unter allen Umständen retten zu wollen.

Einschätzungen von SF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind zu den SNB-Devisenkäufen (Tagesschau am Mittag, 7.8.12)

Die Zukunft, so Fassbind in der «Tagesschau», hänge stark von der weiteren Entwicklung der Schuldenkrise ab, insbesondere in den hochverschuldeten Ländern Italien und Spanien.

Im positiven Fall werde sich die Schuldenkrise beruhigen und Europa zum Wirtschaftswachstum zurückfinden; in diesem Fall könnte die SNB die Euro-Bestände allenfalls sogar mit Gewinn wieder verkaufen. Der negative Fall wäre, so Fassbind, dass die Inflationsraten stark zunehmen würden und die SNB gezwungen wäre, die Euro-Untergrenze von 1,20 Franken fallenzulassen. Diese würde bei den Euro-Beständen zu Verlusten führen.

Könne die Schuldenkrise gelöst werden, könnte die SNB ihre Devisenreserven am Schluss womöglich mit Gewinn wieder verkaufen. Negativ wäre, wenn es zu einer hohen Inflation komme, dann würde die SNB mit ihren Euro-Beständen Verluste einfahren.

(sda/schl/vaid;bers)