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Syrien: Iran macht USA für entführte Pilger verantwortlich
Teheran hat die USA für das Schicksal der in Syrien entführten 48 Iraner verantwortlich gemacht. Das ergebe sich aus der Unterstützung des Landes für die bewaffneten syrischen Rebellen. Die Botschaft an die Adresse der USA überbrachte der Iran via die Schweiz.
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Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, bestellte das iranische Aussenministerium am Montagabend die Schweizer Botschafterin ein, um die Mitteilung zu übermitteln. Die Schweiz vertritt die Interessen Washingtons im Iran, weil die beiden Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.
Eine islamistische Aufständischen-Gruppe, die Al-Baraa-Brigade, hatte die 48köpfige Pilgergruppe am Samstag in Damaskus entführt. Die Aufständischen behaupten, es handle sich um feindliche Agenten.
Der Iran – einer der engsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad – hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen.
Drei Entführte bei Artilleriebeschuss getötet
Von den 48 Iranern sollen mittlerweile nur noch 45 am Leben sein. Drei sind nach Angaben der Al-Baraa-Brigade in der Nacht auf Dienstag bei «schwerem Artilleriebeschuss» durch syrische Truppen in einem Vorort von Damaskus getötet worden. Die Entführer hatten zuvor mit der Hinrichtung der Geiseln gedroht, sollten die Artillerieangriffe fortgesetzt werden. Aus Teheran lagen dazu zunächst keine Reaktionen vor. Eine Überprüfung von unabhängiger Seite war nicht möglich.
Sondersitzung es Sicherheitsrates
Der UNO-Sicherheitsrat soll Diplomaten zufolge Ende dieses Monats zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die Situation in Syrien zu beraten. Das Treffen auf Ministerebene sei auf Initiative Frankreichs einberufen worden, das derzeit den Vorsitz des höchsten UNO-Gremiums innehat.
Stattfinden soll die Sondersitzung am 30. August. Offiziell bestätigt wurden die Angaben von der UNO zunächst jedoch nicht.
Unklar blieb auch, ob Russland und China ihre Minister zu dem Treffen in New York schicken werden. Die beiden Länder haben bereits dreimal im Sicherheitsrat ihr Veto gegen Resolutionen eingelegt, mit denen der syrischen Führung um Präsident Baschar al-Assad Sanktionen angedroht werden sollten.
In dem Konflikt sieht sich Teheran nach eigener Darstellung mehr und mehr in eine Rolle gedrängt, die es nicht spielen will. «Die USA und andere Länder, die die Rebellen unterstützen, versuchen, den Iran direkt in den syrischen Konflikt hineinzuziehen und ihn einer Konfrontation mit den arabischen Staaten näherzubringen», erklärte der iranische Aussenamtssprecher Ramin Mehmanparast im Zusammenhang mit der Einbestellung der Schweizer Botschafterin. Saudi-Arabien, das die syrischen Rebellen unterstützt, rivalisiert mit dem Iran um die Vorherrschaft am Golf. Auch die Türkei unterstützt die Rebellen in Syrien.
Iranischer Gesandter bei Assad
Unterdessen traf Irans Gesandter Said Dschalili zu einer Begegnung mit Assad in Damaskus ein. Wie das iranische Staatsfernsehen berichtete, war nach dem Treffen mit Assad und weiteren Mitgliedern der syrischen Führung eine Pressekonferenz vorgesehen. Dschalili ist der Beauftragte des geistlichen Oberhaupts des Irans, Ayatollah Ali Chamenei.
Assad nutze die Gelegenheit um sich erstmals seit dem 22. Juli wieder der Fernseh-Öffentlichkeit zu zeigen. Das staatliche syrische Fernsehen zeigte Assad im Gespräch mit Dschalili.
Dschalili hatte sich vor seiner Reise nach Damaskus im Libanon aufgehalten. Dort sagte er, für den Konflikt in Syrien müsse «nach demokratischen Regeln» und «nicht mit Waffenlieferungen und Blutvergiessen» eine Lösung gefunden werden. Er warf den USA vor, durch Waffenlieferungen an die syrischen Aufständischen in der Region für «Unsicherheit» zu sorgen.
UNO-Beobachter ziehen sich aus umkämpften Aleppo zurück
Die UNO-Beobachter in Syrien haben sich aus der heftig umkämpften Millionenstadt Aleppo zurückgezogen. Quellen innerhalb der Vereinten Nationen bestätigten, dass die 20 Mann zum Hauptquartier nach Damaskus zurückkehren würden.
In Aleppo wurden die Kämpfe auch heute mit unverminderter Härte fortgesetzt. Nach Angaben des Staatsfernsehens sind dabei mindestens 25 Aufständische getötet worden. Die Rebellen hätten ein Kraftwerk in der Wirtschaftsmetropole angegriffen und seien zurückgeschlagen worden.
Die Aufständischen eroberten nach eigenen Angaben in zehnstündigen Kämpfen einen strategisch wichtigen Armee-Kontrollpunkt. Die Stellung verbinde die nordöstlichen Vororte mit dem Stadtzentrum Aleppos.
Wie die Syrischen Menschenrechtsbeobachter mitteilten, starben am Montag landesweit mindestens 260 Menschen, 49 davon in Aleppo.
(agenturen/vaid/weis; buev)






