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«Es war eine wunderschöne Landung»

Montag, 6. August 2012, 7:33 Uhr, Aktualisiert 20:34 Uhr

Jubel, Freudentränen – und Schokoriegel: Die Nasa feiert die geglückte Landung ihres Forschungsroboters auf dem Mars. Nach fast 570 Millionen Flugkilometern und einem heiklen Landemanöver setzte die «Curiosity» auf dem Roten Planeten auf. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.

Nach einem spektakulären Landemanöver ist der Roboter «Curiosity» auf dem Mars aufgesetzt – überraschend sanft und sicher. Die Landung sei besser gelaufen als erwartet, sagte der zuständige Ingenieur vor den Medien. «Die äusseren Bedingungen auf dem Mars waren etwas freundlicher als wir erwartet hatten. Es war eine wunderschöne Landung.» Seine grösste Befürchtung, dem Roboter könne der Treibstoff ausgehen, habe sich nicht bestätigt.

Im Gegenteil: «Curiosity» hat nach Angaben der Nasa noch rund 140 Kilogramm Treibstoff an Bord. Auf dem Mars braucht der Roboter diesen nicht mehr, denn er wird mit einer Atombatterie betrieben.

Von 21'000 km/h auf Null

Im Kontrollzentrum brach nach der Landung um 7.32 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit minutenlanger Jubel aus. «Das ganze Team ist ausser sich», beschrieb ein Nasa-Manager die Stimmung. «Es ist ein unglaubliches Gefühl.» Viele Mitarbeiter lagen sich in den Armen und verteilten «Mars»-Schokolade. Nicht wenige hatten Tränen in den Augen. 

«Curiosity» soll zwei Jahre lang nach Leben auf dem Mars suchen. (Tagesschau 6.8.2012, 19.30)

Die Landung galt als eine der heikelsten Phasen der gesamten Mission. Bei dem sehr komplizierten Manöver hätte vieles schief gehen können. Die Flugkontrolle hatte im Vorfeld von «sieben Minuten des Schreckens» gesprochen, in denen «Curiosity» die dünne Mars-Atmosphäre durchfliegen und von einer Geschwindigkeit von 20'920 Kilometern pro Stunde auf Null abgebremst werden musste.

Schwarzweiss-Aufnahmen vom Roten Planeten

Schon wenige Minuten nach der Landung schickte «Curiosity» erste Aufnahmen vom Mars auf die Erde. Auf den sehr gering aufgelösten Schwarzweiss-Bildern ist der Horizont des Planeten zu sehen – und viel Staub, den der Rover bei seiner Landung aufgewirbelt hat. Auf dem Mars braucht «Curiosity» keinen Treibstoff mehr, denn der Rover wird mit einer Atombatterie betrieben.

Bild Grafische Darstellung des Landemanövers der «Curiosity»
Grafische Darstellung des Landemanövers der «Curiosity» nasa

Bisher keine Schäden

Derzeit ist «Curiosity» noch damit beschäftigt, sich in Stellung zu bringen, wie die Nasa einige Stunden nach der Landung erklärte. «Die Mission auf der Oberfläche ist gerade erst losgegangen», sagte Nasa-Wissenschaftler Mike Watkins. Als erstes würden die Betriebssysteme und Instrumente von «Curiosity» geprüft. «Bisher sieht es so aus, als sei alles in sehr gutem Zustand.»

Ausserdem sei der Rover dabei, eine Antenne auszuklappen, die die Kommunikation mit der Erde erleichtern werde. Danach werde er eine Art Kamera-Kran ausfahren und die Staubschutz-Klappen von den Kameras entfernen, die bereits sechs Fotos geschickt hatten. Fotos in besserer Qualität würden innerhalb der nächsten Stunden und Tage erwartet.

US-Präsident Barack Obama sprach von einer «beispiellosen Technologie-Leistung». «Heute haben die USA auf dem Mars Geschichte geschrieben», heisst es in einer Mitteilung. «Der heutige Erfolg erinnert uns daran, dass unsere Vormachtstellung – sowohl im All, als auch auf der Erde – davon abhängt, dass wir klug in Innovation, Technologie und Grundlagenforschung investieren, die schon immer dafür gesorgt haben, dass unsere Wirtschaft von der Welt beneidet wurde.» Er warte gespannt auf die Ergebnisse, die «Curiosity» liefern werde.

Gibt es Leben auf dem Mars?

Der sechsrädrige Roboter «Curiosity» erreichte den Roten Planeten nach mehreren Monaten und rund 570 Millionen Flugkilometern. Der Roboter soll nun zwei Jahre lang nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen. «Die Geschichte von 'Curiosity' hat also gerade erst begonnen», sagte ein Nasa-Manager.

Die «Curiosity»-Mission ist die aufwendigste, die je zum Mars geschickt worden ist. Sie kostet schätzungsweise 2,5 Milliarden Dollar. In der Vergangenheit waren nur wenige Marslandungen erfolgreich. Von 14 Versuchen verschiedener Raumfahrtagenturen gelangen sechs.

Weitere Informationen zur Mars-Mission

Für die Nasa steht mit der «Curiosity»-Mission einiges auf dem Spiel: Sie ist teuer und bei einem Misserfolg blieben wohl auch viele Informationen über mögliche Spuren von Leben auf dem Mars aus. Mehr Hintergründe zur Nasa-Mission gibt es hier.

(agenturen/krua;mery)