Inhalt

Schweiz

Schweizer Banker klagen gegen Banken

Montag, 6. August 2012, 20:26 Uhr

Die Herausgabe von Daten Schweizer Bankangestellter an die US-Behörden hat ein weiteres juristisches Nachspiel. Ein Mitarbeiter von Credit Suisse hat nach einer Klage am Zürcher Zivilgericht nun auch eine Strafklage bei der Bundesanwaltschaft eingereicht.

Bild

Dies sagte der Genfer Anwalt Alec Reymond, der den Mitarbeiter vertritt, dem Westschweizer Radio RTS. Zudem sei ein Genfer Gericht eingeschaltet worden, um die Dokumente und Auskünfte zu erhalten, die an die USA geliefert worden waren.
 
Es gehe auch darum, den schriftlichen Beweis zu sehen, dass der Bundesrat die Autorisation gegeben habe, auf die sich die Banken berufen, erklärte der Anwalt. Weitere Klagen könnten laut Reymond folgen. «Andere unserer Klienten schicken sich an, den gleichen Weg zu gehen.» Man könne daher weitere juristische Schritte in den nächsten Wochen und Monaten erwarten.

Klagen statt aus den USA nun aus der Schweiz

Mit der Herausgabe der Daten hätten die Banken die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter verletzt. Reisen ins Ausland seien für die betroffenen Banker komplizierter; zudem sei es nun auch schwieriger eine neue Stelle zu finden.

Im Mai hatte ein ehemaliger Kaderangestellter der HSBC Private Bank (Suisse) in Genf bereits eine Strafanzeige eingereicht. Ehemalige Angestellte der CS und der HSBC reichten zudem bei den Genfer und Zürcher Justizbehörden Gesuche ein, um die Dokumente, die sie betreffen, sowie die Autorisation zur Lieferung der Daten zu erhalten.

(sda/blur;fasc)