Vermischtes
Kirche und Putin setzen sich für Pussy Riot ein
Im Fall der wegen Rowdytums angeklagten Moskauer Skandalband Pussy Riot hat nun auch die russisch-orthodoxe Kirche unerwartet mildere Töne angeschlagen. Zuvor hatte bereits Kremlchef Wladimir Putin um eine milde Strafe gebeten.
Die Protestaktion der Musikerinnen in der Moskauer Erlöserkathedrale sei «sehr dumm und verletzend für die Gläubigen» gewesen, sagte der Chefideologe des Patriarchats, Wsewolod Tschaplin. «Aber es ist auch eine Dummheit, darüber unendlich zu sprechen.».
Er begrüsste die Worte von Präsident Wladimir Putin, der sich gegen eine zu harte Strafe für die Kremlgegnerinnen ausgesprochen hatte. Tschaplin hatte zuvor eine «harte Bestrafung» gefordert.
Gericht soll fair entscheiden
Dem Protest der Künstlerinnen sei zwar nichts Gutes abzugewinnen, gleichwohl sei Milde angebracht, sagte Putin.
Das zu entscheiden sei Sache der Justiz. «Ich hoffe, das Gericht wird zu einem richtigen, gut begründeten Urteil kommen», fügte der studierte Jurist Putin hinzu.
Die drei jungen Punkmusikerinnen hatten im Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale mit einem «Protestgebet» gegen die Wiederwahl Putins demonstriert. Die Anklage wirft ihnen Rowdytum aus religiösem Hass vor, wofür den Frauen sieben Jahre Haft drohen.
(agenturen/gern;mery)



