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Kultur

Ende der Diskussion: Bund lagert Filmförderung nicht aus

Freitag, 3. August 2012, 14:48 Uhr

Die Schweiz erhält kein Filminstitut: Kulturminister Alain Berset hat entsprechenden Forderungen aus der Filmbranche eine deutliche Absage erteilt. Die Filmförderung bleibt damit – wie bisher – Aufgabe des Bundes.

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«Mit den breit diskutierten Filmförderungskonzepten 2012-2015 steht seit Anfang Jahr ein effizientes Instrument zur Förderung der Filmproduktion und der Filmkultur zur Verfügung», heisst es im Communiqué des Bundesamtes für Kultur (BAK). Bislang hätten sich diese neuen Konzepte bewährt, erklärte Berset.

Cinésuisse, der Dachverband der Schweizerischen Film- und Audiovisionsbranche, hatte verlangt, die Filmförderung an ein vom Bund unabhängiges Filminstitut auszulagern. Der Vorschlag sei sorgfältig geprüft worden, schreibt das BAK.

«Ich bin überzeugt, dass der Schweizer Film mit einem Filminstitut eher geschwächt als gestärkt würde», betonte Berset.

Bild Weinlese bedroht: Nasser Sommer lässt Pilze spriessen [Platzhalter für Datumszeile] Bei vielen Kulturpflanzen grassieren dieses Jahr Pilzkrankheiten. Der Grund: der ausgiebige Regen. Besonders betroffen sind Biobauern und Weinbauern, denen Totalausfälle drohen. Mehr zum Thema      20.04.11: Der Ostschweiz droht eine Maikäfer-Plage     26.07.11: 42'000 Platanen am Canal du Midi droht die Axt  Artikel bewerten      Durchschnittliche Bewertung: 0     1     2     3     4     5  Artikel teilen      Facebook     Twitter     E-Mail     Share  Bild Falscher Mehltau auf der Chasselas-Traube. (keystone) Falscher Mehltau auf einer Chasselas-Traube: Manch eine Rebe wird dieses Jahr keine Wein hergeben. keystone  In Rebbergen, Acker- und Obstkulturen grassieren dieses Jahr die Pilzkrankheiten. Am Bielersee, aber auch im Aargau und Thurgau zeugen vertrocknete, angegraute Beeren und Blätter mit braunen Flecken vom Wüten des Falschen Mehltaus.  Der Befall sei so schlimm wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagt Andreas Häseli, Berater beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick (AG). In manchen Parzellen ist bereits die ganze Ernte vernichtet, berichtete jüngst die «Berner Zeitung». Häseli erklärt: «In feuchten Jahren sind Pilze ausschlaggebend für den Erfolg von Kulturen.»  Weniger Mittel zur Verfügung  Auch Äpfel und Kartoffeln werden von Pilzkrankheiten heimgesucht: Apfelschorf verursacht Flecken auf Früchten und Blättern. Die sind zwar für den Konsumenten harmlos, aber können zum Verfaulen des Obstes führen. Bei der Kartoffel kann eine Infektion mit der Kaut- und Knollenfäule bei feuchtem Wetter einen Bestand in wenigen Tagen vollständig ausmerzen.  Biobauern trifft die Situation besonders hart. Ihr Arsenal an Pflanzenschutzmitteln ist begrenzt: Statt Hunderte von Mitteln stehen ihnen nur 30 zur Verfügung.  Doch gerade gegen Pilzkrankheiten haben Biobauern noch keine zufriedenstellenden Waffen: Kupfer ist ein Schwermetall, das in hohen Dosen Bodenlebewesen schädigen kann, etwa Regenwürmer. Auch Schwefel kann Nützlingen schaden.  Zukunft: Mehr resistente Sorten  Biobauern benützen zwar weniger Pflanzenschutzmittel als ihre konventionell arbeitenden Kollegen. Dennoch belastet der Kupfereinsatz das Kulturland. Darum gilt das Augenmerk der Forschung, um nach Alternativen zu suchen.  Vielversprechend sind gemäss einem Pflanzenschutzexperten beim FiBL saure Tonerde, Lezithin, Fenchelöl und Kaliumcarbonat. Doch solche Mittel können Kupfer oder Schwefel nur teilweise ersetzen. Gegen den Falschen Mehltau führt kein Weg an Kupfer vorbei.  Eine andere Lösung, die es bereits gibt: widerstandsfähige Sorten zu züchten. Schon 40 Prozent der verkauften Bioäpfel stammen heute von resistenten Sorten. Harziger geht es bei Reben und Kartoffeln voran. Bei der Kartoffel beispielsweise fiel mehr als eine resistente, qualitativ gute Sorte beim Handel durch. Eine bildete in der Auslage bei Licht Solanin und färbte sich grün, die Schale eine anderen hatte einen Violett-Ton.  (sda/mery)
Nach langen Diskussionen mit den Befürwortern der Vorlage sei die Absage seine «endgültige Meinung», so Berset. keystone

Nach langen Diskussionen mit den Befürwortern der Vorlage sei die Absage seine «endgültige Meinung».

Thomas Tribolet vom Cinésuisse-Vorstand zeigte sich zwar «enttäuscht», sieht die bis anhin gute Zusammenarbeit mit dem Kulturminister aber nicht gefährdet. Berset sei offen, die Mängel in der Filmförderung anzugehen; Tribolet beklagte insbesondere bürokratische Hürden beim Auszahlen von Fördergeldern.

Starke Zunahme der Fördergesuche

Der Kulturminister zeigte sich überzeugt, dass mit den aktuellen Konzepten das diffizile Gleichgewicht zwischen unbotmässigen Eingriffen des Staates und fehlender Unterstützung für die Branche gefunden werden könne. Er betonte zudem wie sein Vorgänger Didier Burkhalter, dass kommerzieller Erfolg und Qualität keine Widersprüche zu sein bräuchten.

Insbesondere wegen neuer Förderformen stieg die Eingabe der Gesuche bei der BAK-Sektion Film im ersten Halbjahr 2012 deutlich an, wie BAK-Filmchef Ivo Kummer sagte. Bis Ende Jahr dürfte eine Zunahme um einen Drittel resultieren.

Vom «Giesskannen-Prinzip» könne in der Filmförderung keine Rede sein, ergänzte Berset, da nur etwa ein Viertel dieser Gesuche positiv beantwortet würde. Er betonte ferner seine Absicht, die Schweiz in Europa kulturell stärker zu positionieren. Deshalb müsse sich das Land am MEDIA-Abkommen der EU, das 2014 ausläuft, weiterhin beteiligen.

Tanzpreis-Verleihung in Freiburg

BAK-Chef Jean-Frédéric Jauslin gab am Festival del film Locarno eine Neuerung für die Sparte Tanz bekannt. Künftig sollen alle zwei Jahre Schweizer Tanzpreise mit Auszeichnungen über 800'000 Franken verliehen werden.

Der Anlass geht 2013 erstmals im Freiburger Théâtre de l'Equilibre und damit in Bersets näherer Heimat über die Bühne; der Bundesrat war in die Standortwahl allerdings nicht involviert, wie es hiess. Neben den Preisen in den Sparten Film, Literatur und Kunst folgen 2014 noch Musik- und Theaterpreise.

Der Bund setzt auf dieses Förderinstrument, weil so nicht bloss Schweizer Franken verteilt werden, sondern Auszeichnungen in einer für Kulturschaffende noch wichtigeren Währung: Aufmerksamkeit.

(sda/engf;mery)