Schweiz
8 Millionen Einwohner – ab Herbst Realität
Die Bevölkerungszahl der Schweiz wird im Laufe dieses Sommers die Grenze von 8 Millionen Einwohnern überschreiten. Seit 1860 hat sich die Bevölkerung der Schweiz mehr als verdreifacht.
Die 8-Millionengrenze wird diesen Sommer überschritten, vorausgesetzt, der Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre hat sich in den ersten Monaten dieses Jahres fortgesetzt. Dies schätzt das Bundesamt für Statistik (BFS).
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerung der Schweiz mehr als verdreifacht und ist von 2,5 Millionen Personen im Jahr 1860 auf 8 Millionen im Jahr 2012 gestiegen. Die Bevölkerung wuchs jedoch nicht konstant.
Etwa Anfang der 1960er-Jahre stieg die Bevölkerungszahl stärker an. Am stärksten war die Wachstumsrate zwischen 1950 und 1970 mit durchschnittlich jährlich über 1,4 Prozent. Das schwächste Wachstum (+0,15 Prozent) wurde im Jahrzehnt 1970 bis 1980 verzeichnet. Es war die Folge einer Einwanderungsbeschränkung für ausländische Arbeitskräfte und der Wirtschaftskrise in den Jahren 1975 und 1976.
Mitte der 1970er-Jahre ging die Bevölkerungszahl der Schweiz sogar zurück (1976: -0,6 Prozent). In den 1980er-Jahren war wieder eine Zunahme zu verbuchen (im Schnitt jährlich +0,6 Prozent), die sich in den 1990er-Jahren leicht verstärkte (Anstieg um durchschnittlich 0,7 Prozent in diesem Jahrzehnt). Ab 2000 lag die Zunahme durchschnittlich jährlich bei 0,9 Prozent, seit 2007 beträgt sie jedoch 1 Prozent oder mehr.
Komponenten der Bevölkerungsveränderung
Die beiden Komponenten der Bevölkerungsveränderung sind einerseits der Geburtenüberschuss, das heisst der Unterschied zwischen der Geburtenzahl und der Zahl der Todesfälle, und andererseits der Wanderungssaldo, das heisst die Differenz zwischen der Zahl der Einwanderungen und der Zahl der Auswanderungen.
Mit Ausnahme von 1918, dem Jahr der Spanischen Grippe, verzeichnete die Schweiz seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer einen Geburtenüberschuss. Besonders hoch war dieser zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie während des Babybooms in den 1960er-Jahren.
Die Schweiz – auch ein Auswanderungsland
Der Wanderungssaldo war bis Anfang der 1950er-Jahre relativ gering. Die Schweiz war Ende des 19. Jahrhunderts und zwischen 1910 und 1930 ein Auswanderungsland. Seit 1950 ist der Wanderungssaldo zu einem wichtigen Faktor der Bevölkerungsentwicklung geworden. Er unterliegt raschen und bedeutenden Schwankungen.
So fiel der Wanderungssaldo beispielsweise von +100'000 im Jahr 1961 auf -58'000 im Jahr 1975. Zwischen 1996 und 1997 verzeichnete die Schweiz einen negativen Wanderungssaldo. Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist der Wanderungssaldo der Hauptfaktor der Bevölkerungsentwicklung der Schweiz. Gegenwärtig sind rund 80 Prozent des Bevölkerungswachstums auf den Wanderungssaldo zurückzuführen.
Weniger junge, mehr ältere Personen
Die Alterspyramide hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts beträchtlich verändert. Der Anteil der jungen Personen (unter 20 Jahren) ist von 40,7 Prozent im Jahr 1900 auf 20,9 Prozent im Jahr 2010 gesunken, während derjenige der älteren Menschen (über 64 Jahre) von 5,8 Prozent auf 16,9 Prozent gestiegen ist.
Bei den Betagten (80 Jahre oder mehr) war die Zunahme besonders ausgeprägt (von 0,5 Prozent auf 4,7 Prozent). Dieses Phänomen der demografischen Alterung ist eine Folge der steigenden Lebenserwartung und vor allem der abnehmenden Geburtenhäufigkeit. Es wird sich im 21. Jahrhundert fortsetzen. Der Anteil der Personen ab 65 Jahren dürfte von 16,9 Prozent (2010) auf rund 28 Prozent im Jahr 2060 steigen.
(sf/galc;gern)







