International
Syriens Rebellen greifen Militärflughafen an
In Syrien haben Aufständische einen Militärflughafen in der Nähe von Aleppo attackiert. Dabei setzten sie auch einen Panzer ein. Diesen hatten sie zuvor von Regimetruppen erbeutet.
Auf dem Militärflughafen Minag, 30 Kilometer nordwestlich von Aleppo, sind jene Helikopter stationiert, mit denen die Assad-Truppen die Stellungen der Aufständischen in Aleppo beschiessen. Dies teilten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mit.
Schüsse an der Grenze
Bei einem Gefecht an der syrisch-jordanischen Grenze wurden zwei syrische Flüchtlinge und ein jordanischer Soldat verletzt. Syrische Truppen hätten auf eine jordanische Grenzpatrouille geschossen, die auf der jordanischen Seite den Übergang der syrischen Zivilisten beobachtete, berichteten Sicherheitskreise und Ärzte im jordanischen Grenzort Ramtha.
Es war der dritte Zusammenstoss zwischen syrischen und jordanischen Soldaten dieser Art. Die syrischen Truppen schiessen immer wieder auf Syrer, die aus ihrem Land flüchten wollen.
1,5 Millionen Syrer brauchen Hilfe
Fast 3 Millionen Menschen brauchen als Folge des Bürgerkriegs Nahrung und Hilfe in der Landwirtschaft. Das geht aus einem in Rom veröffentlichten Bericht der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hervor.
1,5 Millionen Menschen in den am stärksten vom Konflikt betroffenen Regionen benötigen über die nächsten 3 bis 6 Monate dringend Hilfe. Danach müsse die internationale Hilfe in den nächsten zwölf Monaten aber noch aufgestockt werden, weil die Zahl bedürftiger Menschen auf 3 Millionen steigen dürfte.
Syriens Landwirtschaft habe als Folge des anhaltenden Konflikts 1,8 Milliarden Dollar verloren, so der Bericht.
Kriegsverbrechen auf beiden Seiten
Der Syrische Nationalrat, ein Dachverband der syrischen Opposition im Exil, verurteilte indes die willkürliche Hinrichtung von Assad-Anhängern in Aleppo durch Rebellen als «inakzeptabel». Ein Video, das am Mittwoch im Internet auftauchte, zeigte, wie vier gefangene Angehörige der gefürchteten regimetreuen Schabiha-Miliz vor eine Mauer gestellt und erschossen wurden.
Derweil haben syrische Soldaten nach Angaben von Zivilisten und Menschenrechtlern in einem Vorort von Damaskus mindestens 35 Menschen getötet. Bei den Toten handelt es sich demnach mehrheitlich um Zivilpersonen.
Ein Bewohner erklärte, Panzer und Soldaten seien am Mittwoch vorgerückt und hätten gezielt nach jungen Männern gesucht. Nach der Razzia seien mindestens 35 Leichen gefunden worden. Fast alle Opfer seien erschossen worden, sagte der Bewohner. Viele Leichen wiesen Schusswunden in Gesicht, Kopf oder Nacken auf. Die Menschen seien in ihren Häusern, Wohnungen oder im Garten getötet worden.
Das syrische Staatsfernsehen berichtete unterdessen, Dutzende Terroristen hätten sich ergeben oder seien getötet worden, als die Armee eine Razzia in dem Vorort unternommen habe.

Glückskette sammelt für syrische Flüchtlinge
Die humanitäre Situation in Syrien verschärft sich weiter. Mehrere tausend Menschen flüchten täglich. Die Glückskette ruft deshalb zu Spenden auf.
Spenden auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Syrien»
Am 13. November findet ein Nationaler Sammeltag für Syrien statt.
(agenturen/muei; kunb)



