International
Schweden beharrt auf Verhör Assanges im eigenen Land
Die schwedische Staatsanwaltschaft hat ein Angebot abgelehnt, Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London zu vernehmen.
Bild
Die schwedische Staatsanwaltschaft wirft Assange Sexualdelikte vor. Assange, der die Vorwürfe bestreitet, sitzt seit Wochen in der Botschaft Ecuadors in London fest. Er hat Asyl in dem südamerikanischen Land beantragt, um seine Auslieferung nach Schweden zu verhindern.
Er befürchtet, von dort in die USA abgeschoben zu werden. Wikileaks hatte zahllose vertrauliche US-Botschaftsdepeschen veröffentlicht. Assanges Anwälte hatten die Vernehmung in der Botschaft angeboten.
Correa: «Doppelte internationale Moral»
Ecuador will über den Asylantrag des Australiers erst nach dem Ende der Olympischen Spiele in London am 12. August entscheiden. Präsident Rafael Correa erklärte dazu in Quito, sein Land werde in dieser Angelegenheit keine Einmischung von aussen dulden.
«Ecuador wird eine souveräne Entscheidung treffen», sagte er nach einem Treffen mit der Mutter Assanges, Christine Assange. Zugleich kritisierte Correa eine «doppelte internationale Moral» im Falle des Wikileaks-Gründers. Ecuador unterstütze die wahre Meinungsfreiheit. Nur dürfe dadurch nicht die nationale Sicherheit eines Landes gefährdet werden.
Was will die USA?
Christine Assange hatte sich bei dem Treffen für den Erfolg des Asylantrags ihres Sohnes in dem südamerikanischen Land eingesetzt.
«Sein Leben ist in Gefahr», sagte sie nach dem Gespräch mit Correa im Präsidentenpalast in Quito. Sie wies auf die Möglichkeit hin, dass ihr Sohn wegen der Veröffentlichung von 250'000 diplomatischen Geheimdokumenten der USA im Internet als Spion zum Tode verurteilt werden könnte.
Assange hatte am 19. Juni in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht gesucht und politisches Asyl beantragt. Präsident Correa hatte Assange vor zwei Jahren Asyl angeboten.
(dpa/hurg;godc)







