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Vermischtes

Tetrapak-Erbe lebte mit verwester Leiche zusammen

Mittwoch, 1. August 2012, 15:52 Uhr

Es war ein grausiger Fund: Am 9. Juli fand die Polizei die teilweise verweste Leiche der 48-jährigen Eva Rausing in ihrem Haus im Londoner Edel-Stadtteil Chelsea. Nun gab ihr Ehemann und Tetrapak-Erbe Hans Kristian Rausing zu, die Leiche zwei Monate lang versteckt zu haben.

Bild Polizist vor Hauseingang stehend.
In diesem Haus an bester Lage in London wurde die Leiche von Eva Rausing gefunden. reuters

«Ich war nicht fähig, mich der Tatsache zu stellen, dass sie tot war», rechtfertigte sich Multimillionär Hans Kristian Rausing vor Gericht. Rausing wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er mit seinem Verhalten eine angemessene Beerdigung seiner Ehefrau Eva verhindert hatte.

Er wisse nicht, woran seine Frau gestorben sei, beteuerte Rausing. Nach einer Obduktion war ihr Todestag auf den 7. Mai festgelegt worden. In ihrem Körper wurden Drogen, vor allem Kokain, gefunden. Die genaue Todesursache ist aber noch nicht endgültig geklärt. «Ich habe ihr keine Drogen gegeben», versicherte Rausing weiter.

Raum war voller Fliegen

Vor Gericht wurden die grausigen Details des Leichenfundes bekannt. So sei das Zimmer voller Fliegen gewesen und der Leichnam von zusammengeklebten Müllbeuteln und Kleidern bedeckt. Zudem war der Körper von Eva Rausing teilweise bereits verwest. 

Ehemann traumatisiert

Hans Kristian Rausing erklärte, er sei völlig traumatisiert vom Tod seiner Frau: «Ich glaube, seit Evas Tod habe ich eine Art Zusammenbruch erlebt.» Er könne sich zudem kaum an das erinnern, was in den Tagen vor und nach ihrem Tod geschah: «Ich habe versucht, so weiterzumachen, als ob ihr Tod nicht passiert wäre und habe alle Fragen nach ihr abgewiesen.»

Bild Mann mit Bart in Auto sitzend.
Hans Kristian Rausing im Auto auf dem Weg zum Gericht. keystone

Kurz vor dem Leichenfund war Rausing in Südlondon festgenommen worden, weil er unter Drogeneinfluss Auto gefahren war. Der Millionenerbe wurde auf Kaution freigelassen, muss jedoch weiter in einem Krankenhaus bleiben. Für den Richter ist das Verhalten des Millionärs «ein Beispiel für die ungeheuer zerstörerischen Effekte von Drogenmissbrauch», hiess es bei der Urteilsverkündung.

Wenn sich Rausing in den kommenden zwei Jahren nichts zuschulden kommen lässt, muss er die Haftstrafe allerdings nicht antreten.

In Entzugsklink kennengelernt

Hans Kristian Rausing ist der Sohn des Mitentwicklers des Milch-Verpackungskartons Tetrapak, Hans Rausing. Die Familie stammt aus Schweden, lebt aber seit den 1980er Jahren in London. Hans Kristian und Eva Rausing hatten jahrelang mit Drogenproblemen gekämpft und waren deshalb mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Kennengelernt hatten sich die beiden in einer Entzugsklinik.

(dpa/muep;gern)