Schweiz
Walliser Polizeikommandant kommt wieder frei
Christian Varone darf am Mittwoch wieder die Türkei verlassen und nach Hause fliegen. Der Walliser Polizeikommandant war am Freitag bei der Rückreise aus den Ferien von der türkischen Polizei verhaftet worden.
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Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft von Antalya wurde allerdings Anklage wegen des Verdachts auf versuchten Diebstahl türkischer Kulturgüter erhoben.
Wie der Chef des Reiseveranstalters Bentour, Kadir Ugur, gegenüber «10vor10» bestätigt, wird die Heimreise Varones für morgen Mittwoch erwartet. Varone hatte seine Türkei-Reise über den Veranstalter gebucht. Dieser setzte nach dessen Festnahme alles daran, den Polizeikommandanten wieder frei zu bekommen.
Extra in die Türkei gereist, ist Varones Bruder Patrick. Er konnte einer Anhörung seines Bruders durch die Justizbehörden beiwohnen. Gemäss Aussagen des Bruders wartet Varone noch auf die endgültige Entlassung. Es gelte noch Formalitäten zu erledigen, berichtete er. Über die Haftbedingungen habe er mit Christian noch nicht sprechen können.
Wichtiger archäologischer Fund
Varone war nach den Familienferien in der Region von Antalya am vergangenen Freitag auf dem Rückweg in die Schweiz, als er verhaftet wurde. Buchstäblicher Stein des Anstosses war nicht wie anfänglich geglaubt ein kleineres Gesteinsstück, sondern ein handgrosses, 500 Gramm schweres Marmorstück eines Säulenkopfes.
Strenge Schutzbestimmungen
Die Türkei hat sich 1983 ein Gesetz für den Schutz ihrer Kulturgüter gegeben. Wer versucht, Gegenstände historischen, kulturellen oder archäologischen Charakters auszuführen, muss demnach mit fünf bis zwölf Jahren Haft rechnen.
Denis Ramseyer, Konservator im Neuenburger Museum «Laténium», erklärt das strenge Gesetz damit, dass das reiche Kulturerbe der Türkei von westlichen Staaten im wörtlichen Sinn geplündert worden sei. Die Zöllner hätten die Augen zugedrückt, selbst wenn Touristen wertvolle Stücke im Gepäck gehabt hätten.
Danach habe die Türkei das Blatt gewendet. Selbst wer sich mit einer Tonscherbe erwischen lasse, riskiere eine Freiheitsstrafe, so Ramseyer.
Das Museum in Antalya habe den archäologischen Wert des Fundstücks gegenüber den Behörden bestätigt. Varones Sohn hatte diesen während eines Spaziergangs eingesteckt.
Kein Einfluss auf sein Amt
Das Wallis nahm die Nachricht von Varones Freilassung mit Erleichterung auf. Staatsratspräsidentin und Sicherheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten sagte, der Schweizer Botschafter in der Türkei habe sie über die Freilassung informiert.
Dass gegen Varone eine Anklage vorliege, stelle seinen Posten nicht in Frage. Es gehe um eine private Angelegenheit, betonte sie.
(sda/mery; rufi)



